Informationen bündeln

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Im Fachforum "Cyber-Sicherheitsarchitektur Deutschland, Bund-, Länder-Zusammenarbeit" diskutierten die Panelist/-innen über den Nutzen der Weitergabe von Informationen über Cyber-Angriffe und die rechtlichen Hürden. (Foto: BS/Trenkel)

“Cyber-Sicherheit ist kein Einzelthema, deshalb sind immer alle Behörden gleich betroffen”, so Michael George, Sachgebietsleiter Cyberabwehr beim Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz. Dennoch könnten sich die Behörden nicht immer gegenseitig mit Informationen versorgen, erklärte Mathias Bölle, Abteilungsleiter Cybercrime beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg: “Die Bürger/-innen verstehen nicht, warum sie die gleichen Informationen an mehreren Stellen abgeben müssten, sagte der Polizist.

Das Problem würde durch die strikte Trennung aus dem Grundgesetz zwischen einzelnen Behörden entstehen so Matthias Mielimonka, Chef-Koordinator beim Nationalen Cyber-Abwehrzentrum. Einzig das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hätte keine rechtlichen Weitergabebeschränkungen, so Dr. Dirk Häger, Abteilungsleiter OC Operative Cyber-Sicherheit beim BSI. Häger forderte auf dem 25. Europäischen Polizeikongress eine “höhere Akzeptanz über die offene Diskussion über Betroffenheit bei Cyber-Angriffen”. Er klagte das er “große Probleme” bei der Weitergabe der Daten hätte. Die Cyber-Kriminellen seien “bestens vernetzt und würde sich gegenseitig austauschen” und forderte, dass dies auch Betroffene machen sollten. “Die richtigen Signale” würden von Unternehmen ausgehen, die aus der Not eines Cyber-Angriffs eine Tugend gemacht haben: “Es gibt angegriffene Unternehmen, die mit ihren Vorfällen durch das Land touren und darüber berichten.” Hiermit würde eine viel höhere Awareness geschaffen werden, als mit einer IT-Sensibilisierungskampagne bei den jeweiligen Unternehmen erreicht würde, stellte der Abteilungsleiter klar.

Auch Vera Lindenthal-Gold, Leiterin des CyberCompetenceCenter Hessen forderte eine intensivierte Zusammenarbeit von Strafverfolgungsbehörden, Landesministerien und Verfassungsschutz. “Alle Informationen der Länder müssen zum Bund damit er die Informationen wieder weiterverteilen kann.” Des Weiteren würden die Länder auch Informationen über Cyber-Attacken aus dem Ausland benötigen: “Und diese Informationen können nur vom BSI kommen”, erklärte Lindenthal-Gold.

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