Da kann Deutschland noch lernen

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Dipl.-Ing. (Univ.) Reinhard Wolski Generalmajor a.D. Reinhard Wolski ist Senior Expert des Behörden Spiegel.

Was ein NATO-Beitritt Schwedens und Finnlands politisch bedeutet, das wird viel diskutiert. Aber was bedeutet es strategisch und operativ? Zunahme des NATO-Verantwortungsgebietes um 449.696 (Schweden) bzw. 338.145 (Finnland) km². Nahezu Verdoppelung der Grenze zu Russland, mit Finnland als einem Land mit geringer operativer Tiefe. 

Erweiterung der Raumverantwortung, insbesondere für das NATO Integrated Air and Missile Defence System, Integration der bereits vorhandenen oder in Beschaffung befindlichen Flugabwehrsysteme in die Führungsstruktur des IAMDs, ebenso eine Revision der Hauptquartierstrukturen, möglicherweise entsteht die Notwendigkeit zum Einrichten eines weiteren Joint Force Commands für die neue Nordflanke. Und neue Mitglieder wollen schnell eine wichtige “NATO Flag” auf ihrem Staatsgebiet haben. Die NCIA wird die eingestuften Netzwerke erweitern müssen. Militärisches Personal beider modernen Armeen ist in die NATO-HQ zu integrieren, und die Interoperabilität ist weiter zu steigern. Hier sind auf Grund der langen Mitgliedschaft beider Staaten im “NATO Partnership for Peace”-Programm, der häufigen Teilnahme an NATO-Operationen und der Mitgliedschaft beider Staaten an der “Partnership Interoperability Initiative” kaum Probleme zu erwarten. Und vom System einer robusten militärischen Reservistenorganisation kann z.B. Deutschland noch lernen.

Die bisherige Berichterstattung des Behörden Spiegel zum Ukraine-Krieg finden Sie hier.

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