Spaltung der Gesellschaft?

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V.l.n.r.: Britta Zur, Ahmad Mansour, Dr. Eva-Charlotte Proll (Moderation), MdB Katrin Göring-Eckardt, Dr. Nicolai Horn (Foto: BS/Trenkel)

Reagieren wir zu aufgeregt auf die vermeintliche Spaltung der Gesellschaft? Darin waren sich die Gäste des Abschlusspanels am ersten Tag des Europäischen Polizeikongresses nicht einig:

Katrin Göring-Eckardt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, erklärte die Mehrheit der Bevölkerung befürworte nach wie vor das demokratische Regierungssystem Deutschlands, insofern können von einer direkten Spaltung nicht die Rede sein. Man müsse ihrer Meinung nach aber “diejenigen, die die Demokratie in Frage stellen, genau beobachten und Gesetzesverstöße ahnden”.

Die Präsidentin der Polizei Gelsenkirchen, Britta Zur, stimmte dem zu und appellierte: “Wir als Polizei müssen offen und ansprechbar sein und so den Extremisten den Nährboden nehmen.” Denn die Unsicherheit der Bevölkerung sei in den letzten Jahren vor allem für die Polizei spürbar geworden, die auf der Straße den Staat und die Entscheidungen der Regierung repräsentieren müsse.

“Doch, wir sind gespalten und verunsichert”, meinte hingegen Ahmad Mansour, Psychologe, Autor sowie Geschäftsführer der Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention (MIND). In seinen Augen regen wir uns so sehr über die extremistischen Gruppen aus, dass der gesellschaftliche Diskurs immer enger und enger werde. “Demokratie bedeutet aber miteinander in Streit zu gehen und das auszuhalten.”

Laut Dr. Nicolai Horn, Digitalisierungsexperte beim Think-Tank iRights.Lab, Philosoph und ehrenamtlicher Leiter der AG-Ethik der Initiative D21, könne man eine zunehmende Emotionalisierung der Debatte und den Wunsch vieler Menschen die Welt einfach erklärt zu bekommen beobachten – beides bediene der Extremismus.

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