Erstmalig Bundesmittel für Sofortprogramm Munitionsaltlasten geplant

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Rund 1,6 Millionen Tonnen an Kampfmitteln sollen auf dem Grund der Nord- und Ostsee liegen. (Foto: BS/Steph684, pixabay.com)

Im Haushaltsausschuss des Bundestages wurden erstmalig Bundesmittel für die Bergung von Munitionsaltlasten in Nord- und Ostsee beschlossen. Mit dem Geld soll die Beseitigung von Munitionsaltlasten an den deutschen Küsten vorangetrieben werden. Das Programm wird aus einem neuen Titel zur Stärkung des Nationalen Meeresschutzes finanziert, der beim Bundesumweltministerium (BMUV) angesiedelt ist.

Noch in diesem Jahr sind zur Deckung der Planungskosten inklusive der Auswahl und der Erkundung 400.000 Euro eingeplant. In den Folgejahren 2023 bis 2025 sollen für den Nationalen Meeresschutz insgesamt je 22 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Von diesem Geld soll auch das Sofortprogramm finanziert werden. Wie viel Geld dem Programm zu fließen soll, ist noch unklar. Final werden die Haushaltsmittel mit den Beschlüssen des Bundestagsplenums und des Bundesrates zum Bundeshaushalt auf den Weg gebracht.

“Diese Altlasten sind nicht nur eine Gefahr für den Schiffsverkehr, die Fischerei und den Bau von Offshore-Windparks, sie belasten durch die Korrosion auch zunehmend die Meeresökologie, den Tourismus und die Gesundheit von Menschen, die Fische und Muscheln aus Nord- und Ostsee essen. Daher freue ich mich, dass die Ampel-Koalition zusammen mit der Umweltministerin Steffi Lemke jetzt erstmals Bundesmittel bereitstellt, um mit der Bergung zu beginnen”, erklärte dazu Sebastian Schäfer (Bündnis90/Die Grünen), Mitglied im Haushaltsausschuss.

Schätzungen zufolge liegen rund 1,6 Millionen Tonnen an Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg in der deutschen Nord- und Ostsee. Wegen der zunehmenden Korrosion der Munitionsaltlasten und der daraus resultierenden Freisetzung von Schadstoffen fordern Expertinnen und Experten eine schnellstmögliche Bergung.

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