Wiederbelebungsunterricht an Schulen gefordert

0
569
Nach Schätzungen von Expertinnen und Experten könnten durch sofortige Wiederbelebungsmaßnahmen bundesweit zusätzlich 10.000 Leben gerettet werden. Aber nur in 40 Prozent der Fälle wurde 2021 eine Reanimation gestartet. (Foto: BS/succo, pixabay.com)

Sowohl das Deutsche Rote Kreuz (DRK), dessen Jugendverband, das Deutsche Jugendrotkreuz (JRK), sowie die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) machen sich für einen Wiederbelebungsunterricht an Schulen stark.

Um ihren Ziel Nachdruck zu verleihen, übergab die Vereinigung eine Petition mit dem Namen #ichrettedeinleben an den Petitionsausschuss des Bundestages. Die Petition unterschrieben knapp 85.000 Menschen. Hinter der Petition stehen die Notärztin Dr. Carola Holzner und Professor Dr. Bernd Böttiger, DRK-Bundesarzt und Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC). Mit der Petition fordern die Unterzeichner, dass ein Wiederbelebungsunterricht für jedes Kind in jeder Schule in Deutschland spätestens ab der siebten Klasse eingeführt wird. Genauer gesagt sollen alle Schülerinnen und Schüler mindestens zwei Stunden im Jahr Reanimationsmaßnahmen behandeln.

Durch rechtzeitige Maßnahme Verdreifachung der Überlebensrate

“Dann wird Leben retten so selbstverständlich wie Fahrrad fahren oder schwimmen”, sagte dazu Böttiger. “Um im Ernstfall helfen zu können, braucht es nicht viel. Jeder Mensch kann mit einer Reanimation Leben retten. Alles was man dazu braucht, sind zwei Hände.” In den skandinavischen Ländern, bei denen es eine solche Schulung schon gebe, habe sich die Überlebensrate bei einem Herz-Kreislaufstillstand verdreifacht. Hierzulande würden viele Bürgerinnen und Bürger die Wiederbelebungsmaßnahmen nicht mehr richtig beherrschen. Dies koste vielen ihrer Patienten das Leben, sagte Holzner. “Kinder haben keine Angst zu helfen, tragen das Thema in die Familien und weiter in die Gesellschaft”, so die Notfallmedizinerin.

“Es ist wichtig, junge Menschen möglichst früh mit Erste Hilfe-Inhalten vertraut zu machen, damit Hemmungen und Zurückhaltung, Hilfe zu leisten, gar nicht erst entstehen”, erklärte Marcel Bösel, JRK-Bundesleiter, zu der Forderung.

Die Petition wurde persönlich an die Vorsitzende des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages Martina Stamm-Fibich (SPD) sowie an die beiden Ausschussmitglieder Linda Heitmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Manfred Todtenhausen (FDP) übergeben. Der Ausschuss wird sich nun mit dem Anliegen der Initiative beschäftigen. Es werden ein Gutachten aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) sowie eines aus dem Bundesbildungsministerium (BMBF) folgen. Ein Berichterstatter-Verfahren wird dieses begleiten. Unterrichtseinheit zum Thema Reanimation müssen jedoch von den Ländern beschlossen werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here