Übung im deutsch-französischen Grenzgebiet

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Die vier Atommeiler in Cattenom bilden zusammen das weltweit siebtgrößte Kernkraftwerk. (Foto: BS/Stadt Trier)

Dass Katastrophen nicht vor Landesgrenzen halt machen, ist allgemein bekannt. Deshalb wurden bei einer nationalen französischen Übung in der Umgebung des Kernkraftwerkes Cattenom auch deutsche und luxemburgische Kräfte miteingebunden. Bei der Übung wurde ein Reaktorunfall im Kernkraftwerk simuliert.

Konkret wurde im Rahmen von bestehenden grenzüberschreitenden Verpflichtungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Luxemburg von der Präfektur in Metz an dem Szenario beteiligt. Auf saarländischer Seite nahm z. B. eine Rahmenleitungsgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Innen- sowie des Umweltministeriums, die den saarländischen Krisenstab bei dem für den Katastrophenschutz zuständigen Innenministeriums simulierte, teil.

Die Gruppe übte auf Grundlage der Katastrophenschutzplanungen, die Lageinformationen zu bearbeiten und daraus abgeleitete Maßnahmen auszuwählen und einzuleiten. Dabei nahmen die Verbindungspersonen der Grenzländer in dem Krisenstab der Präfektur in Metz eine besondere Funktion ein. Ihre Aufgabe war es, die Verfahrensabläufe innerhalb des französischen Krisenstabes zu beobachten und relevante Informationen an die Krisenstäbe der Grenzländer zu verteilen.

Ziel der Übung war es auf saarländischer Seite, das Informationsmanagement, die Erstellung und Bewertung des Lagebildes, die Entscheidungsfindung sowie die Kommunikation mit den benachbarten Krisenstäben zur trainieren. Die Auswertung der Übung wird in etablierten grenzübergreifenden Gremien durchgeführt. Zudem werden die saarländischen Übungserfahrungen in die Prüfung des Besonderen Katastrophenschutzplans des Saarlandes in der Umgebung des Kernkraftwerkes Cattenom einfließen.

Der saarländische Innenminister Reinhold Jost (SPD) zog ein positives Fazit: “Grenzüberschreitende Übungen stärken die notwendigen Alarmierungs- und Kommunikationswege und somit die Netzwerke der zuständigen Gefahrenabwehrbehörden. Dies ist entscheidend für eine erfolgreiche Gefahrenabwehr. Die entsprechenden Abläufe innerhalb unserer Koordinierungsstelle, die Kommunikation mit unseren Nachbarn und mit dem Radiologischen Lagezentrum des Bundes haben funktioniert. Ich bin sehr zufrieden.”

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