Neuordnung der Sicherheit

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Aus der Ukraine informierte deren Generalstabschef, Generalleutnant Valerii Zaluzhnyi, die NATO Chiefs of Defense. (Foto: BS/NATO)

Beim Treffen der Chiefs of Defence der NATO wurde vergangene Woche deutlich, zu was das Bündnis in dieser aus militärischer Sicht vergleichsweise kurzen Zeit fähig ist. Der SACEUR, General Tod Wolters, stellte die Leistungen heraus die, abgesehen von den Waffenlieferungen im Wert von über vier Milliarden Dollar an die Ukraine, seit dem russischen Angriff geleistet wurden.

“Wir haben Elemente der NATO-Reaktionskräfte entsandt, um unsere Forward Defence zu stärken. Wir haben jetzt acht Gefechtsverbände unter NATO-Kommando, die entlang der Ostflanke stationiert sind”, beschrieb General Wolters. “Unter meiner Verantwortung als Supreme Allied Commander Europe befinden sich jetzt über 42.000 Soldaten und 120 Flugzeuge in höchster Alarmbereitschaft. Über 20 Schiffe sind einsatzbereit. Unser Heereskontingent hat sich verzehnfacht. Für die Luftverteidigung haben wir die Zahl der Kampfjets, die den Himmel patrouillieren, um 50 Prozent erhöht. Im maritimen Bereich haben wir die Standing Naval Forces aufgestockt. Die USA tragen nun mit mehr als 100.000 Soldaten zu unserer kollektiven Verteidigung, zu unseren Bemühungen um Sicherheit und Abschreckung, bei.”

Während des Treffens wurden die anwesenden Chiefs of Defence auch durch den Befehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Generalleutnant Valerii Zaluzhnyi, über die Lage in seinem Land informiert. An diesem Teil der Sitzung nahmen ebenfalls Vertreter Schwedens und Finnlands teilt. Die beiden Länder hatten am Mittwoch Morgen gemeinsam ihre offiziellen Anträge auf Mitgliedschaft in der NATO gestellt.

Zudem nahmen an einem weiteren Tagesordnungspunkt die Generalstabschefs von Australien, Japan, Neuseeland und Südkorea teil, um gemeinsam mit den Vertretern der NATO-Streitkräfte Reaktionsmöglichkeiten auf die neue globale Sicherheitslage zu erörtern. “Eines können wir mit Gewissheit sagen: Die Zeit ist nicht mehr unser Freund”, sagte Admiral Rob Bauer, Vorsitzender des Military Committee der NATO. “Da wir ein Verteidigungsbündnis sind, ist es in erster Linie unser Gegner, der den Zeitplan bestimmt. Und das bedeutet, dass wir immer bereit sein müssen, das Unerwartete zu erwarten.”

Die NATO habe bewiesen, dass sie hierfür gut aufgestellt sei. “Wie der Generalsekretär einmal sagte, sind wir das erfolgreichste Bündnis der Geschichte, und zwar wegen zwei Dingen: Erstens unsere Bündnisfähigkeit und zweitens unsere Fähigkeit zur Veränderung”, betonte Admiral Bauer. “Es ist unsere Aufgabe als Verteidigungsbündnis dafür zu sorgen, dass wir jederzeit fähig sind, die im Bündnis lebenden eine Milliarde Bürger zu schützen und die Bedrohungen durch Russland und internationale Terrorgruppen abzuschrecken und abzuwehren. Daher ist es von größter Bedeutung, dass wir der politischen Führung unsere uneingeschränkte militärische Beratung über die künftige Haltung der NATO und die fortgesetzte Anpassung zur Verfügung stellen.”

Die bisherige Berichterstattung des Behörden Spiegel zum Ukraine-Krieg finden Sie hier.

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