Allianz gegründet

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In Hessen sollen Geldautomaten besser gegen Sprengungen durch kriminelle Banden geschützt werden. (Foto: BS/Rainer Sturm, www.pixelio.de)

In Hessen haben Innenministerium, Landespolizei und Bankenwirtschaft ein neues Bündnis geschlossen. Die 15 Gründungsmitglieder der “Allianz Geldautomaten” haben sich dem Kampf gegen Sprengungen solcher Geräte verschrieben.

Der Zusammenschluss, der insbesondere der verstärkten Kooperation dienen soll, ist bundesweit bislang einmalig. Mit ihrer Hilfe soll die Anzahl von Geldautomatensprengungen in Hessen signifikant gesenkt werden. Dadurch soll die Gefahr von Personen- und Sachschäden weiter verringert werden. 2021 wurden in Hessen 56 Geldautomaten beschädigt und zum Teil vollständig zerstört. In diesem Jahr gab es bislang bereits fast 20 Sprengungen.

Schon seit 2019 existiert eine speziell für die Bekämpfung derartiger Delikte eingerichtete Ermittlungsgruppe. Ende 2021 wurde im Landeskriminalamt (LKA) sogar eine Besondere Aufbauorganisation (BAO effectus) gegründet. Künftig soll im Kampf gegen diese Kriminalitätsform das Risikoanalysetool “Geldautomatenlagebild operativ” (GLB operativ) zum Einsatz kommen. Eine ähnliche Vorhersagesoftware wird bereits gegen Wohnungseinbruchdiebstahl verwendet. Durch GLB operativ können alle Geldautomaten, die mit qualitativen Daten wie Standort, Fabrikat und Sicherheitsvorkehrungen hinterlegt sind, einer Risikobewertung unterzogen werden. Darauf aufbauend kann dann eine Wahrscheinlichkeitsprognose für eine Sprengung erstellt werden.

Prävention wird ausgebaut

Kreditinstitute, die sich an der neuen Allianz beteiligen, unterstützen – zum Zwecke der Aufbereitung und angelehnt an ein bundeseinheitliches Raster – die Zulieferung qualifizierter Daten. Dazu gehören Angaben zu Eigenschaften der Geräte, zu installierten Präventionselementen oder Angaben zu den Standorten, an denen sich die Geldautomaten befinden. Zudem erklären sich die Allianzmitglieder bereit, den Ausbau präventiver Element an erkannten Risikostandorten zu priorisieren. Zu den möglichen Präventionsmaßnahmen zählen der Nachtverschluss, Videoüberwachung, Nebeltechnik sowie die Verwendung von Einfärbe- beziehungsweise Klebeschutz.

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte zu der Allianz: “Ob in einem Freizeitpark oder in einem Einkaufszentrum: für die Sprengung eines Geldautomaten schrecken Kriminelle mittlerweile vor nichts mehr zurück.” Die skrupellosen Täter setzten inzwischen überwiegend hochgefährliche Festsprengstoffe ein. Dadurch würden ganze Filialen zerstört. Außerdem würden dadurch rücksichtslos die Leben unbeteiligter Dritter, wie zum Beispiel Anwohnerinnen und Anwohner, gefährdet. Beuth betonte: “Mit der Kooperation werden wir die Zusammenarbeit zwischen Bankenwirtschaft und Polizei intensivieren, unsere gemeinsame Expertise und gemeinsame Kraft noch stärker bündeln, um den Druck auf Sprenger-Banden deutlich zu erhöhen und es ihnen so schwer wie möglich zu machen.”

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