Weltweite militärische Hilfen für die Ukraine

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Die USA wollen gemeinsam mit Großbritannien und Deutschland die Artilleriefähigkeiten der Ukraine ausbauen. (Foto: BS/U.S. Army, James Lefty Larimer)

Vergangene Woche fand die dritte Sitzung der Ukraine Defense Contact Group statt. Unter dem Vorsitz des amerikanischen Verteidigungsministers Lloyd Austin verpflichteten sich Vertreter von über 50 Nationen, den ukrainischen Streitkräften weitere militärische Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. Austin kündigte bei diesem Treffen zudem an, dass US-Präsident Joe Biden ein Sicherheitspaket in Höhe von einer Milliarde Dollar für die Ukraine genehmigt habe.

Der amerikanische Verteidigungsminister lobte aber auch die Bemühungen der Partner im Kampf gegen den russischen Aggressor. “Ich möchte Deutschland danken, das heute bekannt gegeben hat, dass es der Ukraine drei Mehrfachraketenwerfer und gelenkte MLRS-Munition zur Verfügung stellen wird. Wir arbeiten Seite an Seite mit dem Vereinigten Königreich und nun auch mit Deutschland, um die ukrainischen Fähigkeiten im Bereich der Langstreckenartillerie auszubauen”, sagte Austin. “Die Slowakei kündigte eine bedeutende Lieferung von Hubschraubern der MI-Serie und dringend benötigter Raketenmunition an”, so Austin weiter. “Wir haben auch über wichtige neue Artillerielieferungen aus vielen Ländern gesprochen, darunter Kanada, Polen und den Niederlanden.”

Um über militärische Fähigkeiten zu verfügen, braucht man ein Waffensystem, eine ausgebildete Besatzung und Munition. Die Ukraine Defense Contact Group erarbeite gemeinsame Konzepte, die alle Teile dieser Gleichung beträfen – auch die Ausbildung. “Bis heute haben wir 420 Ukrainer an der Panzerhaubitze M777, 300 Ukrainer an der Panzerfaust M109, 129 am gepanzerten Mannschaftstransportwagen M113, 100 an unbemannten Luftfahrtsystemen und 60 an der Panzerfaust ausgebildet”, sagte General Mark A. Milley, Vorsitzender des Vereinigten Generalstabs der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Die Ukraine Defense Contact Group arbeite dabei eng mit den ukrainischen Streitkräften zusammen. General Milley sagte, dass die Ukrainer um zehn Artilleriebataillone gebeten hätten. “Artillerie für zwölf Bataillone wurde geliefert.“ Die Ukraine Defense Contact Group habe außerdem 97.000 Panzerabwehrsysteme geliefert. “Das ist mehr, als es Panzer auf der Welt gibt”, sagte General Milley. “Sie baten um 200 Panzer; sie bekamen 237 Panzer”, beschrieb er weiter. “Sie baten um 100 Schützenpanzer, sie bekamen über 300. Wir haben rund 1.600 Flugabwehrsysteme und etwa 60.000 Flugabwehrgeschosse geliefert.”

Zu einer Armee zählen allerdings auch Soldaten. “In den Medien wird berichtet, dass die Ukraine jeden Tag 100 Tote und 100, 200 oder 300 Verwundete zu beklagen hat”, sagte General Milley. “Ich würde sagen, dass diese Zahlen in etwa unseren Einschätzungen entsprechen.” Diese hohen Verluste sind durchaus kritisch. “Für die Ukraine ist dies eine existenzielle Bedrohung”, sagte Milley. “Sie kämpfen um das Leben ihres Landes. Die Fähigkeit, Leid zu ertragen, die Fähigkeit, Verluste zu ertragen, steht also in direktem Verhältnis zu dem Ziel, das erreicht werden soll. Wenn das zu erreichende Ziel das Überleben des Landes ist, dann werden sie es aufrechterhalten – solange sie eine Führung haben und über die Mittel verfügen, mit denen sie kämpfen können.”

Die bisherige Berichterstattung des Behörden Spiegel zum Ukraine-Krieg finden sie hier.

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