Hohe Eigenbetroffenheit bei ukrainischer Feuerwehr

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Feuerwehr-Hilfe wurde beispielsweise vom Landratsamt Freudenstadt geleistet. In mehreren Hilfskonvois konnten benötigte Einsatzmaterialien und Feuerwehrfahrzeuge an ukrainische Einsatzkräfte übergeben werden. (Foto: BS/Landratsamt Freudenstadt)

Seit über 100 Tagen tobt der Krieg in der Ukraine. Bei den russischen Angriffen auf ukrainische Städte und Dörfer seien bis jetzt 37 Feuerwehrkräfte getötet worden. Dies geht aus den Zahlen hervor, die der State Emergency Service of Ukraine (SES), dem Staatlichen Notfalldienst der Ukraine, veröffentlicht hat. Weitere 112 Kräfte seien verwundet worden. Acht Einsatzkräfte befänden sich in Kriegsgefangenschaft.

Die russischen Kräfte hätten zudem die ukrainische Feuerwehr aktiv daran gehindert, Rettungsmaßnahmen durchzuführen, erklärten SES-Verantwortliche auf der Interschutz. Neben den tragischen menschlichen Verlusten seien außerdem 162 Einsatzfahrzeuge zerstört und 541 weitere von russischen Kräften gekapert worden. Bei den Angriffen seien außerdem 193 Feuerwehrwachen zerstört und 26 besetzt worden.

Wie nötig die Rettungskräfte gebraucht werden, zeigt ein Blick auf die Einsatzzahlen seit dem Angriff auf die Ukraine. Über 36.000-mal rückte die Feuerwehr in Kiew zur Beseitigung von Gefahrenstellen an Gebäuden infolge von Beschuss aus. Knapp 10.000 Feuer mussten gelöscht werden. Zudem übernahm der SES die Betreuung und die Versorgung von Hilfesuchenden und lieferte Trinkwasser und Nahrungsmittel aus.

Dass der Krieg auch die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr nach dem Ende der Kampfhandlung beschäftigen wird, wird durch die schon jetzt durchgeführten Räumungen von Kampfmitteln ersichtlich. Schon knapp 16.000-mal seien Kräfte für Beseitigungsmaßnahmen von Minen und Blindgängern gerufen worden. Der SES geht davon aus, dass rund 30 Millionen Hektar kampfmittelverseucht seien. Von diesen 30 Millionen Hektar seien erst circa zwei Millionen geräumt worden. Betroffene Gebiete befänden sich in den umkämpften Gebieten in der Ost- und Südukraine. Zur Unterstützung und schnellen Alarmierung hat das SES zudem eine App entwickelt, um die Bevölkerung zu informieren. Ebenso können die Nutzerinnen und Nutzer der App verdächtige Objekte an die Behörden melden.

General Serhiy Kruk, Leiter des SES, betonte in einem Statement, dass durch die internationalen Hilfeleistungen – es wurden über 600 Einsatzfahrzeuge, Schutzausrüstungen und andere Güter aus anderen Ländern an die Ukraine gespendet – viel geleistet wurde, doch bei einer Fortsetzung des Krieges würde weiter Hilfe notwendig werden.

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