Cyber-Hundertschaft für Schleswig-Holstein

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Eine traditionelle Hundertschaft. In den nächsten Jahren zeigt Schleswig-Holstein, wie Deutschlands erste Cyber-Hundertschaft aussieht. (Foto: BS/Bundespolizei/Thomas Koehler)

CDU und Grüne in Schleswig-Holstein haben im Koalitionsvertrag mehrere Maßnahmen für mehr Cyber-Sicherheit angekündigt. So wollen sie mit einer Cyber-Hundertschaft die digitale Strafverfolgung stärken. Ein anderer Koalitionsvertrag wird nicht so konkret.

Die neue Hundertschaft soll interdisziplinär ausgerichtet sein. Die neue Landesregierung unter Daniel Günther (CDU) will neue Stellen für IT-, Geistes- und Naturwissenschaftler schaffen. Die Polizei wird Ermittlungsteams aus IT-Expertinnen und -Experten sowie Polizistinnen und Polizisten zusammenstellen. Um für IT-Fachkräfte attraktiv zu werden, plant die Regierung mehr Ausbildungsmöglichkeiten aufzubauen. Die Polizei werde Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen abschließen.

Aber es kommen auch neue Möglichkeiten. Um Kindesmissbrauch und Kinderpornografie entgegenzuwirken, will die Kieler Regierung Login-Fallen einführen. Dieses Konzept ist im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgeschrieben. Die Idee ist folgende: Wenn ein User der Polizei gemeldet wird und sie einen Anfangsverdacht erkennt, gibt sie dem Host des gemeldeten Beitrags den Auftrag, eine Falle zu aktivieren. Beim nächsten Einloggen speichert der entsprechende Service die IP-Adresse des Users. Daraufhin gibt der Hosting-Anbieter der Polizei den Namen und die Kontaktdaten des Verdächtigen.

Zudem will Schleswig-Holstein der Polizei die Möglichkeit geben, auf aktuelle Telekommunikationsdaten zurückzugreifen. Voraussetzung ist, dass es einen richterlichen Beschluss gibt und damit die Polizei damit Gefahren abwehren oder schwere Straftaten verhindern kann.

Nordrhein-Westfalen fokussiert auf Forschung

CDU und Grüne in Nordrhein-Westfalen werden weniger konkret im Koalitionsvertrag. Man werde die Cyber-Sicherheitsstrategie des Landes kontinuierlich fortschreiben. Die kommende Regierung wil vor allem die schon existierenden Cyber-Sicherheitsakteure weiter stärken. Der Koalitionsvertrag nennt die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen und das Cybercrime-Kompetenzzentrum beim nordrhein-westfälischen Landeskriminalamt (LKA). Hier werde die Regierung in Personal und Struktur investieren.

Einen starken Fokus legt Nordrhein-Westfalen auf Forschung und Bildung. Das Land will viele neue Professuren im Bereich Cyber-Sicherheit schaffen.

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