Konjunktur hoch, Erwartungen trüb

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Die Lage in der Digitalwirtschaft ist besser als in der Gesamtwirtschaft. Trotz des Krieges in der Ukraine wachsen Telekommunikationssektor, IT-Services und Software-Entwicklung. Dennoch erwarten die Unternehmen eine Verschlechterung der Lage.

“Das Geschäftsklima in der Digitalbranche hat sich seit der Corona-Krise ständig verbessert”, erklärt der Präsident des Branchen-Verbandes Bitkom, Achim Berg, auf einer Pressekonferenz zur Konjunkturlage in der Digitalwirtschaft. “Der Krieg in der Ukraine hat nahezu keine Auswirkungen auf die aktuelle Lage, aber die Erwartungen haben sich eingetrübt”, fährt er fort. Die Branche sei weniger als andere von kriegsbedingten Teuerungen und Lieferengpässen betroffen. So hätten sich die Stromkosten nur um 19 Prozent gesteigert, im Vergleich zu 34 Prozent in der Gesamtwirtschaft.

Wie sehr die Branche unter Lieferengpässen leid, ließe sich nicht sagen, erläutert Bernhard Rohleder der Hauptgeschäftsführer des Bitkom-Verbandes. Generell stehe vor allem die Hardware-Industrie vor dem Problem, dass ihnen gelegentlich Mikrochips oder andere Vorprodukte fehlten. Dann könnten sie das Produkt nicht rechtzeitig produzieren. “Aber dazu Zahlen zu liefern wäre Kaffeesatzleserei”, betont Rohleder. Es sei vor allem der Faktor Verunsicherung am Markt, der das Wachstum bremse.

Allerdings würden viele Unternehmen – und auch der Staat – nun verstärkt in resiliente IT-Infrastrukturen investieren. Dazu hätten die Erfahrungen aus der Corona- und der Ukraine-Krise ebenfalls geführt.

“Die staatlichen Investitionen sind natürlich immer hoch”, scherzt Berg. Rohleder führt aus, dass die Gesamtnachfrage des Staates bei 18 Prozent liege. Diese sei “weitgehend entkoppelt von der typischen Konjunkturentwicklung. Das zeigt sehr schön, dass der Staat als Stabilisator der Digitalwirtschaft fungiert.”

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