Entscheidung notwendig

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Dipl.-Ing. (Univ.) Reinhard Wolski Generalmajor a.D. Reinhard Wolski ist Senior Expert des Behörden Spiegel.

Sowohl beim 20-Jahr-Festakt der OCCAR auf dem Petersberg auf Minister- bzw. Staatssekretärsebene als auch beim Internationalen Hubschrauberforum mit mehr als 300 Experten wurde die längst überfällige Entscheidung zum deutsch-französischen Regierungsprojekt “Kampfhubschrauber Tiger Mk III” angemahnt.  Die Entscheidung ist seit Jahren überfällig, sogenannte “Risk Reduction Studies” (die das Risiko aufgrund ihrer Dauer erhöht haben), und weitere Untätigkeit führen jetzt zu einer drohenden Fähigkeitslücke für die Landstreitkräfte, die auch in Zukunft nicht durch unbemannte Luftfahrzeuge geschlossen werden kann. Auch operativ abwegige Gedanken, z.B. mittels des MGCS oder CIFS könne man den Kampf in und aus dem bodennahen Luftraum ersetzen, helfen nicht weiter. Unsere französischen Partner machen es uns (mal wieder) vor:  Klare Flottenplanung für Transport-, Armed Recce-, und Tiger Mk III-Kampfhubschrauber, danach Einstieg in “Next Generation Rotary Wing”. Die Bundesregierung muss sich jetzt für oder gegen Tiger Mk III entscheiden. Wenn dagegen, muss sofort – ähnlich der sehr flotten Entscheidung zum STH (“Interoperabilität, bewährtes System, Stückzahl…”) – eine FMS-Kauflösung für einen schweren Kampfhubschrauber getroffen werden.  Sonst gefährden wir sehr bald deutsche Soldatinnen und Soldaten in ihren Einsätzen.

1 Kommentar

  1. Ich finde nicht, dass die Franzosen alles richtig machen. Die meisten gemeinsamen Rüstungsprojekte mit Frankreich lagen über Budget, kamen zu spät und entsprachen nicht den Vorgaben (NH90, A400M, Tiger). Die französischen Streitkräfte kaufen meist lokal, womit ihnen Fähigkeiten entgehen. Zudem verlangt Frankreich immer den Lead oder steigt aus, wie beim Leopard, Eurofighter etc. Australien wird ab 2025 für 3 Mrd. EUR 29 Apache (100 Mio. pro HS) anschaffen und die 22 Tiger vorzeitig ausmustern.

    Die Aufrüstung der 18 spanischen Tigre auf Mk III kostet 1,2 Mrd. Euro (67 Mio. pro HS) und die Auslieferung erfolgt zwischen 2030 und 2034! Zudem hat der deutsche Tiger keine Bordkanone und ist nur als Panzerabwehrhubschrauber mit Mastvisier verfügbar.

    Es macht außer meiner Perspektive keinen Sinn 67 Mio. für einen alten HS auszugeben, der in 8-10 Jahren zur Verfügung steht. Ein kriegserprobtes amerikanisches Modell wäre sicher schon in 3-4 Jahren verfügbar. Ich stimme ihnen daher zu, dass sich die Bundeswehr jetzt für einen schweren amerikansischen Kampfhubschrauber entscheiden sollte.

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