Strategie gegen Hochwasser und Wassermangel überarbeitet

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Wie soll mit Wassermangel und Hochwasser umgegangen werden? Zwei Strategien in Baden-Württemberg versuchen dies zu beantworten. (Foto: BS/PublicDomainPictures, pixabay.com)

Entweder es ist zu viel oder es ist zu wenig. Welche Schäden Hochwasser oder Wassermangel anrichten kann, wurde im vergangenen Jahr im Ahrtal und in diesem Jahr in ganz Deutschland sichtbar. Das Land Baden-Württemberg hat deshalb seine Hochwasserstrategie und seine Wassermangelstrategie verabschiedet.

Die überarbeiteten Hochwasserstrategie sieht mehrere wesentliche Elemente vor. Zunächst müsse die Datengrundlage im Hinblick auf die Gefährdung durch Hochwasserereignisse verbessert werden. Dabei sollen vor allem kleinere Gewässer in den Blick genommen werden. Dort sei der Informationsstand ungenügend. Ebenso sollen die hydrologischen Kennwerte regelmäßig überprüft und ggf. weiterentwickelt werden. Diese Kennwerte werden für die Bemessung von Sicherheitsausführungen von Schutzeinrichtungen und zur Fortschreibung der Hochwassergefahrenkarten gebraucht. Zur besseren Abstimmung schlägt die Strategie eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Innen- und Umweltministerium vor. Dadurch erhofft man sich eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei auf der einen Seite und der Wasserwirtschaft auf der anderen Seite. Konkret sieht das Papier eine zügige Umsetzung von technischen Hochwasserschutzmaßnahmen als zentralen Beitrag bei Stellen vor, bei denen häufige und mittlere Hochwasser auftreten.

Zwölf Punkte gegen den Mangel

Für das andere Extrem – dem Wassermangel – formulierte das baden-württembergische Umweltministerium einen Zwölf-Punkte-Plan. Dieser besagt unter anderem, dass ein Niedrigwasser-Informations-Zentrum (NIZ) eingerichtet werden sollen. In diesem sollen die benötigten Informations- und Datengrundlagen mit erweiterten Prognosen und kleinräumigen Wasserbilanzen aufgebaut werden. Wie bei der Hochwasserstrategie wird auch die Informationsgrundlage bei vor allem kleineren Gewässern als ungenügend bezeichnet. Um diesem Defizit entgegenzuwirken, sieht der Plan eine Überarbeitung des gewässerkundlichen Messnetzes für Oberflächengewässer und Grundwasser vor. Ebenso sei die Zusammenarbeit mit anderen Ressorts für ein verbessertes Wassermangelmanagement zu intensivieren. Der Wasserrückhalt in der Fläche und die Grundwasserneubildung soll verstärkt werden.

Zur Umsetzung der Strategien hat das Umweltministerium neue Stellen für den kommenden Doppelhaushalt 2023/2024 angemeldet – insbesondere bei den nachgeordneten Behörden (Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Landesbetriebe Gewässer und den Landratsämtern).

“Damit aus den Risiken Dürre, Hochwasser und Starkregen keine Katastrophen werden, müssen wir genaue Maßnahmen identifizieren und eine aussagekräftige Datengrundlage schaffen. Denn wenn wir heute nicht investieren, dann wird es morgen noch viel teurer. Wir reden über Sachschäden in Milliardenhöhe, die durch extreme Wetterereignisse entstehen. Wir reden aber auch über Menschenleben und das Leid vieler Menschen, deren Heimat zerstört wird”, erklärte Thekla Walker (Bündnis90/Die Grünen).

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