Abwasseranalyse von Corona fortgesetzt

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Ein Projekt zum Nachweis von Corona-Viren im Abwasser wird in Sachsen-Anhalt erweitert. (Foto: BS/Michal Jarmoluk, pixabay.com)

Ein Pilotprojekt zum Corona-Screening von Abwasser des sachsen-anhaltischen Landesamtes für Umweltschutz (LAU) wird ausgeweitet. Das Projekt, das seit März 2021 läuft, soll nun auf zwölf statt wie bisher vier Klärwerkstandorte erweitert werden. Bei diesen Standorten werden wöchentlich Proben genommen und auf das Corona-Virus untersucht. Damit soll das Infektionsgeschehen besser eingeschätzt werden.

Bisherige Ergebnisse des Projekts hätten gezeigt, dass ein deutlicher Zusammenhang zwischen Inzidenzzahlen und den im Abwasser nachgewiesenen Corona-Genom-Fragmente bestehe. Die Methode funktioniere unabhängig von der Teststrategie und der Testbereitschaft der Bevölkerung. Sie erfasse zudem auch asymptomatisch Infizierte und jene, die sich nicht testen wollten. Bei Bedarf könnten auch die Anteile aller bekannten Corona-Varianten bestimmt werden. Auch abseits der Corona-Viren ließe sich das Verfahren bei anderen Krankheitserregern nutzen.

LAU-Virologin Dr. Swetlana Rot schränkt jedoch ein, dass sich das Verfahren nicht für weitreichende Vorhersagen eigenen würde. “Bei der Delta-Variante hatten wir einen Vorlauf von etwa einer Woche, bis auch die offiziellen RKI-Zahlen stiegen. Bei Omikron ist der Vorlauf auf drei bis vier Tage geschrumpft”, so Rot. Hauptgrund hierfür sei die geringere Inkubationszeit. Ebenso ließe sich keine genaue Anzahl der Infektionen in den jeweiligen Stadtgebieten ermitteln. Dennoch erkenne man Trends und Hotspots schnell und sicher.

“Das Abwasser-Screening wird die klinischen Tests zwar nicht komplett ersetzen können. Es hilft aber dabei, die Dunkelziffer einzuordnen und zu verringern. Denn auch wenn weniger Menschen sich testen, erzeugen sie ja trotzdem weiterhin Abwasser. Das macht die Daten aus unseren Klärwerken zu einem wertvollen, ergänzenden Instrument im Pandemiemanagement“, sagt der Umweltminister Sachsen-Anhalts Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD).

Entwarnung können die Verantwortlichen des Projekts zudem in einem Punkt geben: Wenn das Wasser die Kläranlagen verlässt, seien keinerlei Corona-Viren mehr darin enthalten. Auch dies konnte in dem Pilotprojekt nachgewiesen werden.

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