Nicht nur Europa

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Dipl.-Ing. (Univ.) Reinhard Wolski Generalmajor a.D. Reinhard Wolski ist Senior Expert des Behörden Spiegel.

Die nun schon überzitierte „Zeitenwende“ sollte nicht nur auf Europa bezogen werden. Zu sehr den Fokus auf den Angriff des russischen Unrechtsregimes auf die Ukraine zu legen wäre kurzsichtig.

Denn der globale Konflikt bahnt sich sowohl im Pazifik wie auch im Südchinesischen Meer an. China beansprucht dort 70 Prozent der gesamten Meeresfläche für sich, dies widerspricht allen internationalen Abkommen wie auch den Positionen der Anrainerstaaten. Mehr noch: China hat seine Seestreitkräfte seit 1990 nahezu verdreifacht und versucht Gebietsansprüche nach dem Recht des Stärkeren durchzusetzen. Die U.S. Navy als die einzige Seemacht „Second to None“ nimmt diese Bedrohung der freien Seewege ernst und hat ein Modernisierungsprogramm beschlossen, das seinesgleichen sucht: Der Mix einer hochmodernen „Hybriden Flotte“ von über 350 Schiffen, ca. 150 Unterwasser- und unbemannten Schiffen und etwa 3000 Luftfahrzeugen bis 2040 ist die vom Kongress geforderte Stärke, um global jeder Bedrohung begegnen zu können. Was können die europäischen Partner maritim tun, um wenigstens dort die USA zu entlasten? Den Weg zu einer interoperablen, kampfkräftigen und resilienten (NATO-) Flotte mit Schwerpunkt im Verantwortungsgebiet der NATO fortsetzen, russische Seestreitkräfte binden, um einen möglichen globalen russisch-chinesischen „Two-Prong-Approach“ dauerhaft zu verhindern.

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