Immer häufiger – Personalnot im Rettungsdienst

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Bundesweit melden Rettungsdienste Personalengpässe. (Foto: BS/markus roider, pixabay.com)

Warnungen betreffend der Personalsituation bei Rettungsdienst und Feuerwehr häufen sich in Deutschland. So schlug das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Baden-Württemberg Alarm. Es sei eine verschärfte Situation zu verzeichnen. Grund dafür seien die steigenden Corona-Infektionen bei der Belegschaft.

Eine flächendeckende Sicherstellung eines schnellen Rettungsdienstes sei temporär gefährdet. Die gesunden und verbleibenden Mitarbeitenden der Rettungsdienste arbeiteten an der Belastungsgrenze. “Die Kolleginnen und Kollegen geben ihr Bestes, verzichten auf Urlaub und übernehmen immer wieder kurzfristig Zusatzschichten. Wir versuchen mit großer Flexibilität und Solidarität Personalengpässe auszugleichen, damit der Betrieb überall weitergehen kann. Aber auch das hat seine Grenzen”, erklärte Marcus Schauer, Leiter des Teams Rettungsdienst beim DRK in Baden-Württemberg. Betroffen sei nicht nur die Notfallrettung, sondern auch der Krankentransport. Um den Betrieb des Rettungsdienstes zu gewährleisten, greife man zudem auf qualifizierte ehrenamtliche Einsatzkräfte zurück.

Ein weiteres Problem stelle in diesem Zusammenhang die verhängten Aufnahmestopps von Kliniken dar, die aus der ebenfalls angespannte Personalsituation resultieren. “Die Einsatzzeiten verlängern sich, wenn das eigentlich nächste geeignete Krankenhaus nicht aufnahmebereit ist. Das Fahrzeug und seine Besatzung stehen in der Zeit nicht für die Versorgung weiterer Notfälle zur Verfügung”, so Birgit Wiloth-Sacherer, Landesgeschäftsführerin des DRK-Landesverbands Badisches Rotes Kreuz. Erschwerend kämen noch die aktuellen Hitzewellen hinzu und erhöhten das Einsatzaufkommen. Damit sei eine schnelle Rettung nicht immer zu garantieren. Zwar komme im Notfall immer ein Rettungswagen, doch müsse man im Einzelfall mit längeren Wartezeiten rechnen, so Schauer. Mit dem Innenministerium sei eine Regelung getroffen, jedoch sei die Lage nicht entschärft worden.

Probleme auch in Bremen und Berlin

Nach Meldungen aufgrund von überlasteten Rettungsdienststrukturen in Berlin kommen auch aus der Hansestadt Bremen Warnrufe. Nach Medienberichten soll in Bremen auch die Corona-Pandemie und ein hoher Urlaubsstand zu Personalproblemen führen. “Nach vielen Jahren des Heruntersparens ist die Feuerwehr Bremen jetzt an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeiten angelangt”, widerspricht die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG). So würde die Sollstärke von 75 Feuerwehrleute mit bis zu 27 Kräften unterschritten. Personalengpässe habe es schon länger gegeben. Die zunehmende Belastung im Rettungsdienst, in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle, im Lösch- und Hilfeleistungsdienst, dieimmer breiter aufgestellten Tätigkeitsfelder in den Abteilungen und Referaten und die zunehmend fehlende Attraktivität des Feuerwehrberufs führe zu einer Überlastung und dem Ausbleiben dringend notwendigen Nachwuchses, so die DFeuG. Die Gewerkschaft fordert das transparente Entwickeln eines verbindlichen Planes, um der Personalnot zu begegnen.

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