Mehr tote Radfahrer

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Aktivisten stellen weißgestrichene Fahrräder an Stellen auf, wo Radfahrer im Straßenverkehr starben. Weiße Fahrräder sind auch in vielen deutschen Städten zu finden. (Foto: BS/Ted Rainey, pixabay.com)

Im ersten Halbjahr 2022 ist die Zahl der Verkehrstoten in Baden-Württemberg zum dritten Mal in Folge auf einen historischen Tiefstand gesunken. Zugleich sind mehr Radfahrerinnen und Radfahrer in Verkehrsunfällen gestorben.

Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik des Landes für das erste Halbjahr 2022 hervor. Demnach starben insgesamt 144 Menschen an den Folgen von Verkehrsunfällen. Das waren rund drei Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2021. Diese Entwicklung stimmt den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister von Baden-Württemberg, Thomas Strobl (CDU), optimistisch: “Zum dritten Mal in Folge starben auf den Straßen Baden-Württembergs weniger Menschen. Das bedeutet zum dritten Mal in Folge einen historischen Tiefstand. Wir kommen unserem ambitionierten Ziel – keine Toten im Straßenverkehr – immer näher.”

Gleichzeitig beobachtet die Polizei, dass hauptsächlich Motorradfahrerinnen und -fahrer, sowie Radfahrer unter den Schwerverletzten bei Verkehrsunfällen sind. Diese Verkehrsteilnehmer stellen über 46 Prozent der Schwerverletzten. “Die Polizei hat deshalb landesweit die Motorrad- und Radfahrerinnen und -fahrer besonders in den Fokus genommen”, erklärt Strobl.

Die Unfallstatistik zeigt auch gesellschaftliche Veränderungen auf. Insgesamt gab es im Ländle in diesem Halbjahr fast 140.000 Unfälle. Das waren 13 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2021. Der Innenminister sieht das Ende der Corona-Beschränkungen als Ursache. Es seien wieder mehr Menschen unterwegs.

Mehr Radfahrunfälle

Vor allem aber stieg die Zahl der Unfälle, bei denen Fahrräder involviert waren. Im ersten Halbjahr 2022 kam es zu etwa 5.800 Unfällen mit Fahrrädern. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2021 ( rund 4.700 Unfälle mit Fahrrädern), sind das rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem sind unter den Verkehrsunfallopfern viele Fahrer, die elektrische Fahrräder oder E-Scooter verwendeten. An mehr als jedem vierten Radunfall war ein E-Fahrrad beteiligt. “Die Fortbewegungsmittel ändern sich, die Mobilitätswende zeigt sich immer deutlicher”, kommentiert Strobl diese Entwicklung. Aber das dürfe nicht zulasten der Verkehrssicherheit gehen.

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