Die Privatwirtschaft stärker einbinden

0
879
(Foto: Industria Wohnen)

Bezahlbares Wohnen ist ein politisches Ziel, das derzeit auf der politischen Agenda sehr weit oben steht. Dies gilt sowohl für die aktuelle Bundesregierung als auch für viele Stadt- und Kommunalverwaltungen. Soll gefördertes Wohnen in großer Zahl neu entstehen, geht es allerdings nicht ohne die Privatwirtschaft. Diese sollte – auch von zuständigen Behörden – stärker eingebunden werden.

Wir erleben in den letzten 15 Jahren in den Ballungsräumen eine dramatische Entwicklung. Ein Großteil der Bevölkerung kann sich dort „normales“ Wohnen nicht mehr leisten. Das betrifft nicht nur die Metropolregionen, sondern mittlerweile auch die C- und D-Städte.

Wie kann mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden? Die Politik fokussierte sich lange auf die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften. Sie braucht aber auch die privatwirtschaftlichen Akteure und deren Kapital. Diese sind zunehmend willens, in dieses langfristig orientierte Segment zu investieren. Institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Versorgungswerke kauften in den zurückliegenden Jahren in steigender Zahl entsprechende Objekte an, meist mittels Immobilienfonds. Der Grund: Auch diese Investoren orientieren sich bei ihren Anlagen immer mehr an ESG- bzw. Nachhaltigkeitskriterien für ihre angelegten Rentengelder. Neben der ökologischen Nachhaltigkeit steht insbesondere die soziale Nachhaltigkeit im Fokus. Im Wohnimmobilienbereich steht bei sozialer Nachhaltigkeit die Bezahlbarkeit der Miete ganz oben. Dieser Zuwachs an Engagement auf Seiten der Investoren diesem Bereich ist grundsätzlich sehr zu begrüßen.

Vielzahl der Fördermodelle schafft hohe Komplexität

Allerdings gibt es bei der Investition in gefördertes Wohnen nicht selten auch einige Hürden zu überwinden: In Deutschland gibt es über 150 Fördermodelle – vom Bund, von den Ländern und den Kommunen. Eine Herausforderung ist die parallele Existenz von mehreren Förderungen. Die Modelle sind sehr komplex, oft müssen sich die Investoren über einen längeren Zeitraum einarbeiten. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Akteure auf Seiten des Staates teilweise nicht effizient miteinander kommunizieren bzw. wenig voneinander wissen und die Modelle selten aufeinander abgestimmt sind – obwohl sie an ein und derselben Immobilie zum Einsatz kommen.

Des Weiteren begegnen die Förderstellen den privaten Akteuren oft mit einem gewissen Misstrauen. Ihnen fehlt beispielsweise das Bewusstsein dafür, dass quasi alle institutionellen Investoren regelmäßige Auszahlungen brauchen, da sie selbst wiederum eigene regelmäßige Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihren Rentenversicherungsnehmern haben.

Wollen die Politik und die Behörden das Wohnungsproblem gut lösen, müssen sie die Privatwirtschaft stärker einbinden. Der Wille, in gefördertes Wohnen zu investieren ist durchaus vorhanden. Nur wenn alle drei Gruppen zusammenarbeiten – Politik, kommunale Wohnungsbaugesellschaften und privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen bzw. Investoren –, kann auf absehbare Zeit die erforderliche Anzahl geförderter Wohnungen entstehen, die dem angespannten Markt und Wohnungsbedürftigen die avisierte Entlastung bringen 

Der Autor des Gastbeitrags its Arnaud Ahlborn, Geschäftsführer INDUSTRIA WOHNEN GmbH.

Erstanfragen zum Thema Gefördertes Wohnen:
Andrea Teister
Head of Marketing & Public Relations
+49 69 838398-58
Andrea.Teister@industria-immobilien.de

Zusammen mit der INDUSTRIA WOOHNEN GmbH beleuchtet der Behörden Spiegel im Partner-Webinar “Mangel an gefördertem Wohnraum – Wie Privatwirtschaft und Behörden das Problem zusammen lösen” am 22. September 2022 von 14:00 – 15:30 Uhr die Potentiale dieser Zusammenarbeit. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here