Kampagne gegen Kinderpornografie unter Jugendlichen

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Die Betroffenen von Missbrauch leiden oft ein Leben lang unter den Folgen. Auch, weil die Bilder und Videos immer weiter verbreitet werden. (Foto: BS/ Landespolizei Schleswig-Holstein)

Jugendliche stellen über ein Drittel der Tatverdächtigen im Bereich Besitz, Erwerb und Verbreitung von Kinderpornografie. Die Polizei Schleswig-Holstein startet deswegen eine Aufklärungskampagne, die sich gezielt an Jugendliche und deren Eltern richtet.

“Kindesmissbrauch ist ein schreckliches Verbrechen, dass die Opfer teilweise ein Leben lang nicht loslässt”, sagt die schleswig-holsteinische Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Dennoch sind es oft gerade Jugendliche, die kinderpornografische Inhalte bei WhatsApp und anderen Messenger-Diensten teilen.

Die Polizei rät den Kindern und Jugendlichen, aus Chats auszutreten, wenn solches Material geteilt wird, und Anzeige zu erstatten. Nur so könne sie den Missbrauch verfolgen und verhindern. Zudem sollten sie nicht gezielt nach solchen Inhalten suchen. Dadurch machten sie sich strafbar und beförderten zugleich den sexuellen Missbrauch an Kindern. Denn das Angebot orientiert sich an der Nachfrage.

“Wir müssen alle Wege nutzen, um die Verbreitung dieser schrecklichen Bilder, dieser Verbrechen gegen Kinder und Jugendliche, einzudämmen”, betont Sütterlin-Waack. Dazu geht die Landespolizei Schleswig-Holstein neue Wege. Zum ersten Mal schaltet sie In-App-Werbung bei Spiele-Apps, die besonders bei Jugendlichen beliebt sind. So hofft sie, die Zielgruppe direkt zu erreichen. Außerdem wird die Kampagne von einer Plakataktion begleitet, da die Polizei die Eltern so besser erreicht. Zu guter Letzt hat die Polizei eine Webseite mit Informationen freigeschaltet. Die Kampagne sei ein wichtiger Baustein in der Prävention von Kinderpornografie und sie unterstütze sie von ganzem Herzen, erklärt die Innenministerin.

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