Alternative und seltene Bäume

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Der Spitzahorn ist bei längeren Frostperioden winterhart und im Sommer extrem hitzebeständig. Zudem haben seine Frühjahrsblüten einen hohen Nektargehalt und sind daher eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und Hummeln. (Foto: BS, Hans, pixabay.com)

“Sie müssen heute waldbauliche Entscheidungen treffen, die für die nächsten 200 Jahre Bestand haben”, erläutert Baden-Württembergs Landwirtschaftsminister, Peter Hauk, die aktuelle Situation der Waldbesitzer und Forstleute im Land. Für den Umbau der Wälder in klimaresiliente Mischwälder wird auch der Anbau alternativer Baumarten getestet.

Zu den besonders resilienten Baumarten, gehört beispielsweise der Spitzahorn. Laut Hauk sei es wichtig “die wertvollen Samen, dieser seltenen trockenheitstoleranten Baumart, in größerer Menge und mit hoher gesicherter genetischer Qualität zu erzeugen”. Daher holen Baumkletterer, im Rahmen eines Projekts zum Erhalt seltener Baumarten, Reiser aus den Baumkronen einer genetisch vielseitigen Population von Spitzahornbäumen im Wald bei Wiesloch. Diese werden dann als Klone der ausgewachsenen Bäume auf einer Sammelplantage aufgezogen. Gefördert wird das Projekt aus dem Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt der Landesregierung.

Auch die seltenen heimischen Elsbeeren, die nordamerikanische Douglasie sowie die Libanon- und Atlaszeder aus dem Mittelmeerraum werden versuchsweise angebaut. Es brauche möglichst viele Baumartenoptionen, erklärt der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) im Rahmen seiner Sommertour, um dem schnell voranschreitenden Klimawandel zu begegnen.  

Neben verschiedenen Baumarten wird auch der Einsatz von Wuchshüllen aus nachwachsenden Rohstoffen getestet, welche biologisch abbaubar sind. Diese schützen junge Bäume vor Wildverbiss und schaffen ein günstiges Mikroklima. In der Vergangenheit wurden diese Hüllen aus Plastik hergestellt. Im Rahmen des Projektes “TheForestCleanUp”, konnten Projektleiter Prof. Dr. Sebastian Hein von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und sein Team nach vier Jahren Forschung einen entsprechenden Prototyp herstellen, der nun in die Serienproduktion geht. “Nicht biobasierte Wuchshüllen werden wir ab 2024 nicht mehr fördern”, betont Hauk diesbezüglich.

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