Studie des Bundeskriminalamtes: Amtsträger häufig Opfer von Straftaten

0
328
Markus Lewe weist während des Deutschen Städtetage auf Anfeindungen und Gewalt gegen Amtsträger hin. ( Foto: BS/Deutscher Städtetag)

Laut einer Studie des MOTRA-Forschungsprojektes (Monitoringsystem und Transferplattform Radikalisierung), gehören Angriffe und Beleidigungen zum Alltag deutscher Mandatsträger. Straftaten finden vor allem im virtuellen Raum statt.

Markus Lewe (CDU), Präsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster, beklagt eine zunehmende Verrohung des Diskurses mit Amtsträgern. Immer wieder werden Amtspersonen und politisch Aktive beleidigt, bedroht oder tätlich angegriffen. Es mangelt an Respekt. Der Oberbürgermeister stützt diese Aussage auf die kürzlich veröffentlichte Studie “Kommunale Monitoring zu Hass, Hetze und Gewalt gegenüber Amtsträgerinnen und Amtsträgern“ des Bundeskriminalamtes (BKA).

Annähernd die Hälfte der befragten ehren- und hauptamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landrätinnen und Landräte berichtet, in den letzten sechs Monaten Anfeindungen, Hasspostings oder körperliche Gewalt erlebt zu haben. In der Anonymität des Internets fällt die Hemmschwelle zu Hass oder Gewalt aufzurufen. Trotz der enormen Belastung für die Betroffenen – die Folgen reichen von psychischen und körperlichen Beschwerden bis hin zur Amtsaufgabe – wird nur ein geringer Anteil der Straftaten überhaupt zur Anzeige gebracht. Neben der geringen Bereitschaft Anzeige zu erstatten ist zudem auffällig, dass das Diskussionsklima in Städten stärker aufgeladen ist als in ländlichen Regionen. Ein Grund für die urbane Polarisierung könnte im Aufeinandertreffen verschiedener Lebensentwürfe in bevölkerungsreichen Regionen liegen.

Beratungs- und Unterstützungsangebote finden Opfer von Hetze und Gewalt hier. Das Portal wurde vom Deutschen Städtetag in Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung entwickelt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here