Russlands Spiel mit der atomaren Bedrohung

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Dipl.-Ing. (Univ.) Reinhard Wolski Generalmajor a.D. Reinhard Wolski ist Senior Expert des Behörden Spiegel.

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu, der nach britischen Angaben zunehmend in seiner Position geschwächt ist, gab vor kurzem bekannt, dass es aus militärischer Sicht keinen Grund gäbe, Atomwaffen im gegenwärtigen Konflikt einzusetzen. Um die Ziele in der Ukraine zu erreichen, bräuchte man keine Atomwaffen. Der Sinn von Russlands Atomwaffe läge hauptsächlich darin, einen Angriff mit Atomwaffen auf das Land selbst zu verhindern. Ihr Einsatz sei auf “außergewöhnliche” Situationen beschränkt.

Schoigu und sein Vorgesetzter Wladimir Putin spielen aber bereits mit einer ganz anderen Art atomarer Bedrohung. Neben dem völkerrechtswidrigen Überfall auf die Ukraine und den kriegsverbrecherischen Angriffen auf die ukrainische Zivilbevölkerung sowie die zivile und kritische Infrastruktur des Landes wird jetzt die latente Drohung einer nuklearen Katastrophe im Kernkraftwerk Saporischschja Teil der hybriden Kriegsführung Putins. Mit sorgfältiger strategischer Kommunikation – der Ukraine wird dabei die Schuld zugewiesen – soll im Westen die Angst vor einem nuklearen Störfall geschürt werden. Die Zulassung des IAEA-Teams (man darf gespannt sein, was das Team an Erkenntnissen mitbringt) ist dabei Teil dieser strategischen Kommunikation und des “Schiebereglers” hybrider Kriegführung Putins.  Ein weiteres Meisterstück an Infamie im 21. Jahrhundert.

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