Zahlreiche Herausforderungen für die Polizei Berlin

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Berlins Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik identifizierte zahlreiche Herausforderungen für ihre Behörde. (Foto: BS/Feldmann)

Die Polizei Berlin steht vor mehreren Herausforderungen, die es in der Zukunft zu bewältigen gilt. Dazu gehören u. a. der weitere Personalaufwuchs in allen Bereichen (Vollzug, vollzugsnahe Tätigkeiten und Verwaltung), das Auffüllen von Vakanzen im höheren Polizeivollzugsdienst und der Abbau eines massiven Investitionsstaus.

Polizeipräsidentin Dr. Barbara Slowik sprach in diesem Zusammenhang von einer Vakanz von 17 bis 18 Prozent der Stellen im höheren Polizeivollzugsdienst. Hinzu komme, dass trotz des Stellenzuwachses in den vergangenen Jahren immer recht wenige neue Beamtinnen und Beamten für die örtlichen Abschnitte übrig blieben. Derzeit verfüge die Berliner Polizei über 18.665 Vollzugsbeamtinnen und Vollzugsbeamte, 2.500 Beschäftigte im vollzugsnahen Bereich sowie rund 3000 Kräfte im Verwaltungsbereich. Letzterer sei aber weit gefasst und beinhalte z. B. auch Forensiker und IT-Fachkräfte. Problematisch sei hier, dass die Entgeltstruktur im Tarifbereich teilweise nicht wettbewerbsfähig mit dem übrigen Öffentlichen Dienst, etwa beim Bund, sei.

60 Millionen Euro zu wenig

Ebenfalls eine Problematik stelle der Umstand dar, dass die Ausbildungskapazitäten der Polizei Berlin erschöpft seien. Denn: “Sowohl die Polizeiakademie als auch die Hochschule für Wirtschaft und Recht fahren Volllast!”, so Slowik. Zudem wies die Polizeipräsidentin auf den enormen Sanierungs- und Investitionsbedarf hin. So habe die Polizei Berlin – gerechnet pro Quadratmeter – den höchsten Sanierungsbedarf aller deutschen Polizeien. Und der Investitionsstau belaufe sich allein im Bereich des Fuhrparks auf 60 Millionen Euro.

Auch die Mitarbeitenden seien enorm gefordert, etwa durch circa 7.000 zu begleitende Versammlungen jährlich. Nicht zuletzt aus diesem Grund zahle die Behörde pro Jahr rund fünf Millionen Euro für Mehrarbeit aus. Hier wolle man künftig aber kräfteschonender agieren. Darüber hinaus solle der Bereich des Zentralen Objektschutzes (ZOS) weiterentwickelt werden. Hier geht es laut Slowik insbesondere um ein zukunftsfähiges Personalentwicklungskonzept sowie die Ausweitung des Jobfeldes der Beschäftigten. Damit einher gehe auch deren Höhergruppierung.

Als wichtige Projekte der Zukunft identifizierte die Polizeipräsidentin die Kooperative Leitstelle, ein neues Kriminaltechnisches Institut (KTI) sowie den Aufbau eines polizeieigenen Ethikzentrums. Durch Letzteres solle die Resilienz gestärkt und psychischen Erkrankungen vorgebeugt werden. Wünschenswert wären zudem ein Einstellungszentrum und mehr Finanzmittel für ein Employer Branding. Dies sei absehbar aber finanziell nicht darstellbar, räumte Slowik ein.

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