Lieferung westlicher Kampfpanzer an die Ukraine

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(Screenshot: BS/Dorothee Frank)

Großbritannien wird als erste Nation Kampfpanzer westlicher Bauart an die Ukraine liefern. Der britische Premierminister Rishi Sunak sagte dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selensky in einem Telefongespräch 14 Challenger 2 Kampfpanzer zu. Selensky bedankte sich im Anschluss auf Twitter: “Die stets starke Unterstützung des Vereinigten Königreichs ist unerschütterlich und bereit für neue Herausforderungen. In einem Gespräch mit dem Premierminister, Rishi Sunak, habe ich mich für die Entscheidungen bedankt, die uns nicht nur auf dem Schlachtfeld stärken wird, sondern auch das richtige Signal an andere Partner sendet.”

Dieser letzte Satz ist sicherlich auch als Hinweis Richtung Deutschland, da die Ukraine mehrfach um die Lieferung deutscher Leoparden gebeten hatte.

Ebenfalls vergangene Woche kündigte Polens Präsident Andrzej Duda an, dass sein Land eine Kompanie, was wahrscheinlich vierzehn Kampfpanzern entspricht, Leopard an die Ukraine liefern werde. Dies würde zudem gut in die aktuelle Umstrukturierung der polnischen Streitkräfte passen. Schließlich unterzeichnete Polen jüngst Verträge zum Kauf von südkoreanischen Kampf- und Schützenpanzern, die später sogar aus polnischer Produktion stammen sollen (wir berichteten). Es böte sich hiermit also die Gelegenheit, die Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine zu verkaufen.

Nun richtet sich der Blick natürlich auch auf Deutschland, diese Kampfpanzer könnten allerdings wohl nur aus Bundeswehrbeständen stammen. So sagte der Chef von Rheinmetall, Armin Papperger, am Wochenende in einem Interview mit der Bild-Zeitung: “Vom Leopard 2 verfügen wir noch über 22 Fahrzeuge, die wir einsatzbereit machen und an die Ukraine liefern könnten. Vom Leopard 1 haben wir noch rund 88 Fahrzeuge. Doch diese Panzer können wir nicht ohne Auftrag instand setzen, da die Kosten bei mehreren Hundert Millionen Euro liegen. Das kann Rheinmetall nicht vorfinanzieren.” Und auf die Frage, wie lange die Instandsetzung der Leopard dauern würde, antwortete Papperger: “Ein knappes Jahr. Die Fahr­zeuge werden nicht nur neu ­lackiert, sondern müssen für einen Kriegseinsatz umgebaut werden. Sie werden komplett auseinandergenommen und dann wieder neu aufgebaut. Das heißt: Selbst wenn morgen die Entscheidung fällt, dass wir unsere Leopard-Panzer nach Kiew schicken dürfen, dauert die Lieferung bis Anfang nächsten Jahres.” Es blieben also nur Bestände der Bundeswehr.

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