Während der Sitzung am 10. September stimmte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages der Beschaffung von sieben Rüstungsprojekten zu.
Dazu zählen weitere Einheiten der Überwachungs- und Aufklärungsdrohnen Heron TP, Lenkflugkörper Patriot GEM-T als „Sofortpaket II“, Umrüstsätze für Patriot-Startgeräte, Funktionscontainerhüllen für IT-Arbeitsplätze und Systemtechnik, Simulatoren für die Panzertruppe, Transportpanzer 6×6 sowie Produkte für die medizinische Versorgung an der Front. Allerdings gibt das Verteidigungsministerium nicht für alle Beschaffungen an, welche Summen aus dem Verteidigungshaushalt für sie aufgewendet werden müssen. Größter bekannter Posten ist die Beschaffung von hochmobilen Sanitätseinrichtungen. 400 Millionen Euro stehen hierfür bereit. Die Finanzierung erfolgt über den regulären Verteidigungsetat. Jede der Sanitätseinrichtungen besteht aus insgesamt elf Fahrzeugen mit dazugehörigen Multifunktionscontainern. Während des Betriebs verbleiben die Container auf den Fahrzeugen. Das Verteidigungsministerium (BMVg) verspricht sich davon einen möglichst mobilen Einsatz. Beim zweitgrößten bekannten Posten handelt es sich um die Umrüstsätze M903 für Patriot- Startsysteme. Sie sind der Bundesregierung 114 Millionen Euro wert.
Weniger klar artikuliert sich das BMVg beim Zulauf einer weiteren Überwachungs- und Aufklärungsdrohne der sogenannten Medium Altitude Long Endurance (MALE)-Klasse vom Typ Heron TP. Die Summen, die für das unbemannte Luftfahrzeug fließen, bleiben geheim. Allerdings gibt das BMVg bekannt, dass die Beschaffung über die Erweiterung eines bestehenden Vertrages mit der israelischen Regierung erfolgen soll.
Um die Soldatinnen und Soldaten möglichst realistisch für das Panziergefecht auszubilden, modernisiert die Bundeswehr einen Kampfpanzer-Ausbildungssimulator. Er wird auf den aktuellen Konstruktionsstand des Leopard 2 A7 angepasst. Die Modernisierung der weiteren fünf Ausbildungssysteme ist grundsätzlich vorgesehen. Für die Finanzierung bedient sich das BMVg aus Mitteln des regulären Verteidigungshaushaltes und des Sondervermögens der Bundeswehr.
CAV läuft serienmäßig zu
Darüber hinaus ist mit den jetzt bewilligten Mitteln grünes Licht für den ersten serienmäßigen Zulauf des Common Armoured Vehicle System (CAVS) 6×6 gegeben. Dieses soll den bisher eingesetzten Transportpanzer Fuchs ersetzen. Mit einem konkreten Auslieferungsdatum hält sich das BMVg allerdings noch zurück. Die Beschaffung des ersten Serienfahrzeugs soll die integrierte Nachweisführung und die Anpassentwicklungen für die spezifischen deutschen Forderungen enthalten. Dazu gehören unter anderem die Integration einer modernen digitalen Kommunikationsanlage, einer ABC-Schutzbelüftungsanlage sowie einer Nachtkampffähigkeit. Entwickler des Truppentransporters ist das finnische Rüstungsunternehmen Patria. Die Investition wird über das Sondervermögen finanziert.
Um den IT-Einsatz in Frontnähe zu gewährleisten, löst die Bundesregierung zwei Rahmenverträge für jeweils mehr als 25 Millionen Euro aus. Sie enthalten die Herstellung und Lieferung von standardisierten Funktionscontainerhüllen. Teilweise mit ballistischem Schutz ausgestattet, dienen sie als verlegefähige IT-Arbeitsplätze. Die Finanzierung erfolgt aus dem regulären Verteidigungshaushalt und dem Sondervermögen.
Die Ukraine profitiert
Neben den Beschaffungen für die Bundeswehr gab der Haushaltsausschuss seine Zustimmung für eine Investition, die der Verteidigungsfähigkeit der Ukraine dient. Lenkflugkörper vom Typ Patriot GEM-T werden aus Mitteln des Einzelplans 60 beschafft und der Ukraine zur Verfügung gestellt. Dieser Einzelplan ist keinem einzelnen Ressort zugeordnet.




