Die Bundeswehr unterstützt die polnische Initiative „Eastern Shield“ zur Befestigung der Ostgrenze zu Belarus sowie zur russischen Exklave Kaliningrad. Deutsche Soldatinnen und Soldaten heben gemeinsam mit ihren polnischen Kameradinnen und Kameraden Panzerabwehrgräben aus und errichten Bau- und Drahtsperren sowie Gefechtsstände. Im Verteidigungsfall soll das Vorrücken gegnerischer Verbände verlangsamt werden.
Zu diesem Zweck verlegen Pionierkräfte des Heeres und des Unterstützungsbereichs der Bundeswehr sowie Personal des Unterstützungskommandos und Sanitätskräfte ins Nachbarland. Nach der offiziellen Anerkennung der Unterstützung als Bundeswehrmission am 15. Juni 2026 hat das Operative Führungskommando die operative Gesamtverantwortung für den deutschen Beitrag übernommen.
Der Einsatz ist zunächst in mehreren Phasen bis Oktober 2026 angelegt. Perspektivisch ist eine Verlängerung aber möglich.
Polens Antwort auf die wachsende Bedrohung
Seit 2024 arbeitet Polen am Eastern Shield und reagiert damit laut eigener Aussage auf zunehmende russische hybride Kampagnen gegen die Europäische Union. Konkret handelt es sich dabei um ein auf mehrere Jahre angelegtes Projekt mit dem Ziel, in den Grenzgebieten Infrastruktur zur Verteidigung Polens aufzusetzen. Das erfolgt zwischen 2024 und 2028. Hauptschwerpunkte sind die Verbesserung des Lagebewusstseins, die Einschränkung gegnerischer Mobilität, die Gewährleistung der Mobilität der eigenen Truppen sowie der Sicherheit von Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Anwohnenden.
Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die gesamte Länge der nördlichen und östlichen Grenze Polens. Ein geschlossenes Verteidigungssystem über die gesamte Länge der Grenze wird dabei allerdings nicht errichtet. Vielmehr sieht die Planung, abhängig von den landschaftlichen Voraussetzungen, Befestigungsanlagen, Logistikzentren, Straßen und Brücken oder gänzlich andere Bauvorhaben vor. Die natürliche Topologie – ob Wälder, Sumpfgebiete, Flüsse oder Klippen – soll zudem bei der Planung Berücksichtigung finden. Zudem ist ein System aus Radargeräten, Wärmebildtechnik und optischer Überwachung vorgesehen. Dieses soll insbesondere bei der Detektion unbemannter Systeme zum Einsatz kommen. Insbesondere Letzteres wurde aufgrund der Beobachtungen aus dem Ukraine-Krieg konzipiert.
Um an die notwendigen Liegenschaften zu gelangen, sollen zunächst Flächen im staatlichen Besitz herangezogen werden. Falls privater Grund für den Aufbau unverzichtbar ist, verspricht die polnische Regierung, diesen zu kaufen und nicht zu enteignen.
In der Bevölkerung trifft die Maßnahme auf breite Zustimmung. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts IBRiS stimmen etwa 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Polens dem Ausbau der Grenzsicherung zu.




