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StartVerteidigungAcht Milliarden Pfund für britische Nuklear-U-Boote

Acht Milliarden Pfund für britische Nuklear-U-Boote

Großbritannien investiert 8,4 Milliarden Pfund in die Delivery Phase 4 (DP4) des U-Boot-Programms der Dreadnought-Klasse. Damit ist die finale Fertigungs- und Erprobungsphase für das bislang größte und komplexeste Rüstungsvorhaben des Vereinigten Königreichs eingeleitet. Premierminister Andy Burnham verkündete das Finanzpaket im Rahmen eines Besuchs der traditionsreichen BAE-Systems-Werft in Barrow-in-Furness.

Konkret sollen 5,9 Milliarden Pfund direkt an das größte britische Rüstungsunternehmen BAE Systems fließen. Mit diesen Mitteln wird der britische Rüstungsprimus den Bau, die Integration und die Erprobung des U-Bootes durchführen. Weitere 2,5 Milliarden Pfund sind für langfristig zu beschaffende Komponenten der Lieferkette, die nukleare Antriebsanlage sowie strukturelle Baugruppen vorgesehen. Davon begünstigt ist vornehmlich Rolls-Royce Submarines in Derby sowie weitere Unternehmen der britischen Rüstungsindustrie.

Die finale Fertigstellung des U-Bootes ist für Anfang der 2030er-Jahre terminiert. Zu diesem Zeitpunkt soll die neue Klasse die alternden Boote der Vanguard-Klasse ersetzen. Letztere zeichnen seit den 90er-Jahren für die nukleare Abschreckung Großbritanniens verantwortlich. Wann genau die Dreadnought-Klasse in den 2030er-Jahren die Verantwortung für die nukleare Abschreckung übernehmen wird, lässt London allerdings offen. Damit bleibt auch unklar, wie lange die Vanguard-Klasse trotz ihres hohen Alters weiter einsatzfähig gehalten werden muss.
Insgesamt entstehen vier neue U-Boote im Rahmen des Programms. Das erste Boot, die HMS „Dreadnought“, soll mit den Mitteln des DP4 durch die Erprobungsfahrten geführt und für die Indienststellung bei der Royal Navy vorbereitet werden.

Das zweite U-Boot, die HMS „Valiant“, soll im Rahmen des DP4 die Erprobungsphase durchlaufen. Für die zwei ausstehenden Einheiten, HMS „Warspite“ und HMS „King George VI“, reichen die Mittel, um den Bau voranzutreiben.

Die Wirtschaft mit im Blick

Neben dem militärischen Nutzen des Systems verspricht sich die Downing Street Impulse für die heimische Wirtschaft. Zurzeit beschäftigt die verantwortliche Defence Nuclear Enterprise rund 47.000 Personen auf der britischen Insel. Bis 2030 soll diese Zahl auf 65.000 Menschen anwachsen. Die britische Royal Navy setzt beim Bau der Dreadnought-Klasse auf modulare Fertigungsverfahren.

Modularer Aufbau

Die Wasserfahrzeuge werden zunächst in 16 großen Einzelsektionen gefertigt. Anschließend werden die 16 Einzelkomponenten in drei Hauptbereichen – den sogenannten Mega Units – zusammengeführt. Die Downing Street verspricht sich Geschwindigkeitsvorteile von diesem Modus. Denn verschiedene Arbeitsschritte, wie zum Beispiel die Installation von Ausrüstung und die Verlegung von Kabeln und Rohrleitungen, erfolgen gleichzeitig. Der finale Fertigungsschritt, bei dem aus den drei Einzelteilen ein fertiges U-Boot entsteht, wird in der Devonshire Dock Hall im Werftkomplex von Barrow-in-Furness durchgeführt.

Mittlerweile befinden sich alle vier U-Boote der Dreadnought-Klasse im Bau. Das älteste Schiff wird in naher Zukunft in die Erprobung gehen. Die Arbeiten an der HMS „Valiant“ begannen im September 2019. Bei der HMS „Warspite“ wiederum nahmen Arbeiter im Februar 2023 die Arbeit auf. Für das vierte Boot, die HMS „King George VI“, erfolgte der erste Stahlschnitt am 22. September 2025.

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