Das Innenministerium Baden-Württemberg hat den Bericht zur Organisierten Kriminalität und Wirtschaftskriminalität für das Jahr 2023 vorgestellt. Einen Zuwachs verzeichnete die Polizei vor allem bei den Schadenssummen.
Rund 4.000 Fälle von Wirtschaftskriminalität hat die Polizei Baden-Württemberg im Jahr 2023 aufgenommen. Im Jahr zuvor lag diese Zahl noch bei ca. 3.500 Fällen. Noch stärker stieg jedoch der daraus resultierende Vermögensschaden an. Nahezu die Hälfte des Gesamtschadens, der durch Kriminalität in Baden-Württemberg verursacht wurde, war im vergangenen Jahr in der Wirtschaftskriminalität zu verorten. Mit rund 618 Millionen Euro wurde hier ein Zuwachs von 181,9 Prozent durch die Polizei dokumentiert. Die durchschnittliche Schadenshöhe durch Wirtschaftskriminalität der vergangenen fünf Jahre lag im Vergleich dazu bei knapp unter 400 Millionen Euro. Das Innenministerium verwies jedoch darauf, dass Verfahren mit mehreren hunderten oder tausenden Einzelfällen die Statistik stark beeinflussten.
Im Bereich der Organisierten Kriminalität (OK) gab es einen weitaus geringeren Anstieg. So führte die Polizei in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr insgesamt 39 Ermittlungsverfahren gegen Gruppierungen der OK durch. Im Vorjahr hatte diese Zahl bei 36 gelegen. Laut dem Bericht war fast die Hälfte (17) davon der Rauschgiftkriminalität zuzuordnen. Jeweils sechs OK-Verfahren betrafen den Bereich der Wirtschaftskriminalität und der Cyberkriminalität, drei Verfahren die Eigentumskriminalität.
Erfolg gegen „Enkeltrick und Schockanruf“
Allein bei den Phänomenen „Falscher Polizeibeamter, Enkeltrick und Schockanruf“ konnte die Polizei einen Rückgang der Fallzahlen verzeichnen. Um rund 43 Prozent sank hier die Zahl auf 10.537 Fälle. „Der starke Rückgang der Kriminalitätsphänomene ‚Falscher Polizeibeamter, Enkeltrick und Schockanrufe‘ zeigt: Unsere Bemühungen zahlen sich aus“, betonte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU). Zudem verwies er auf den Erfolg des Landeskriminalamts Baden-Württemberg. Dieses konnte im vergangenen Jahr Hintermänner eines Callcenters im Phänomenbereich ‚Enkeltrick und Schockanrufe‘ festnehmen. „Der Gruppierung wurden weit über 100 erfolgreiche Straftaten mit einem Gesamtschaden von über sechs Millionen Euro nachgewiesen,“ so der Innenminister. Strobl erklärte weiter: „Wir gehen mit aller Härte und Konsequenz gegen diese Straftäter vor und lassen hier keinen Deut nach.“





