StartVerteidigungThales und Kongsberg streben Unternehmensgründung an

Thales und Kongsberg streben Unternehmensgründung an

(BS) Das norwegische Rüstungsunternehmen Kongsberg hat sich mit dem französischen Systemhaus Thales auf die Gründung eines gemeinsamen Unternehmens geeinigt. Das neu gegründete Joint Venture soll sichere Kommunikations- und Kryptosysteme entwickeln. Ziel ist es, den steigenden Bedarf der europäischen Streitkräfte, der NATO nach interoperablen, souveränen und skalierbaren Kommunikationslösungen zu decken. 350 Mitarbeitende in Oslo, Trondheim und Asker sollen gemeinsam an diesem Ziel arbeiten. Konkret bringen die Norweger ihre Expertise in den Bereichen taktische Radios für den Landbereich sowie Netze für Plattformen wie NASAMS-Luftverteidigungssysteme ein. Thales wiederum steuert verschlüsselte Sprach- und Datennetze für NATO-Partner bei.

2024 erwirtschafteten die bestehenden Geschäftseinheiten gemeinsam etwa 130 Millionen Euro. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts peilt das Joint Venture ein Umsatzwachstum auf etwa 261 Millionen Euro an. Der Zusammenschluss ist noch genehmigungspflichtig. Sollten die Behörden der Unternehmensgründung zustimmen, werden Kongsberg und Thales jeweils 50 Prozent der Anteile halten.
Eirik Lie, Präsident von Kongsberg Defence & Aerospace, betont: „Durch die Bündelung von KONGSBERGs sicherer Kommunikation und Thales’ Kryptokompetenz schaffen wir ein umfassendes Angebot und verbessern die Positionierung für Entwicklung und Lieferung aktueller wie zukünftiger Technologien.“ „Das neue Unternehmen wird ein Schlüssel-akteur für sichere Kommunikation sein und die bilaterale Kooperation zwischen Norwegen und Frankreich stärken“, ergänzte Christophe Salomon von Thales.

Norwegische Kooperation mit weltweiten Ambitionen

Mit der Unternehmensgründung positionieren sich Kongsberg und Thales strategisch im wachsenden Markt für verteidigungsfähige Kommunikationssysteme. Die norwegische Regierung plant umfassende Maßnahmen zur nationalen Verteidigung. Das schließt nach norwegischer Lesart auch die Verbesserung der Cybersicherheit ein. Zu Beginn des Jahres warnte der norwegische Geheimdienst vor russischen Sabotageakten, die sich gegen die Energieinfrastruktur sowie gegen für die Ukraine bestimmte Militärhilfe richten könnten. Das Hauptaugenmerk der Partnerschaft liegt entsprechend auf den norwegischen Streitkräften.
Langfristig streben beide Partner jedoch an, mit den gemeinsamen Produkten Kundinnen und Kunden in der EU und der NATO zu gewinnen.

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