Wie der US-Rüstungskonzern Raytheon Ende Dezember bekanntgab, beschafft Spanien vier Patriot-Luftabwehrraketensysteme im Wert von umgerechnet 1,46 Milliarden Euro. Das markiert den größten Patriot-Zukauf in der Geschichte des Landes. Konkret umfasst der Kontrakt Radargeräte, Abschussvorrichtungen, Kommando- und Kontrollstationen sowie Ausbildungsausrüstung.
Dem Ende des vergangenen Jahres finalisierten Beschaffungsvertrag ging die Zustimmung für ein Foreign Military Sales zwischen den Vereinigten Staaten und dem südeuropäischen Land durch das US-amerikanische Außenministerium im Oktober 2023 voraus. Wann die Systeme ausgeliefert werden sollen, gaben bisher weder das Unternehmen noch das spanische Verteidigungsministerium bekannt. Allerdings erwarten spanische Fachmedien ein Auslieferungsdatum im Laufe des Jahres 2030. Nach dem Zulauf der Luftabwehrwaffen steigt die Gesamtzahl der von den spanischen Streitkräften betriebenen Patriot-Systeme auf neun.
2004 traf erstmals ein Patriot-System bei den Streitkräften der iberischen Halbinsel ein. Dieses System erwarb Spanien noch gebraucht aus der Bundesrepublik. Neben dem US-amerikanischen Hauptzulieferer sieht der Vertrag vor, dass auch die spanische Rüstungsindustrie an der Entwicklung mitwirkt. Konkret wird der Luftfahrt- und Ingenieurskonzern Sener das elektromechanische Steuerungssystem der GEM-T-Rakete herstellen. Des Weiteren zeichnet die Grupo Oesía für die Verkabelung und Kabelbäume der PAC-3-Raketen verantwortlich. Diese entstehen allerdings unter Federführung des US-amerikanischen Rüstungskonzerns Lockheed Martin und nicht Raytheon.
Investitionen in Patriot
Neben dem jüngsten Zukauf von vier weiteren Hauptsystemen bemühte sich Spanien in den vergangenen Jahren bereits bei anderen Projekten, die Patriot-Kapazitäten der Streitkräfte auszubauen. So schloss sich das Land im Januar 2024 Deutschland, den Niederlanden und Rumänien bei der gemeinsamen Bestellung von 1.000 Einheiten der GEM-T PAC-2-Rakete an.
Großbeschaffungen von der iberischen Halbinsel stellen innerhalb europäischer Rüstungsbemühungen allerdings weiter die Ausnahme dar. Denn im Vergleich aller europäischer NATO-Partner investiert Spanien den geringsten Anteil des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in seine Verteidigung.

