39 Freiwillige Wehrdienstleistende schlossen im vierten Quartal 2024 die bundesweit erste Grundausbildung in einem Heimatschutzregiment ab. Am 11. Dezember 2024 wurden sie in Steimbke zu Gefreiten ernannt. Die 37 Männer und zwei Frauen durchliefen somit erfolgreich die Ausbildung zur Soldatin und zum Soldaten des Heimatschutzes innerhalb der 3. Kompanie des Heimatschutzregiments 3.
Dass die Heimatschutzregimenter eigene Grundausbildungen anbieten, ist dem Anspruch geschuldet, eine einheitliche Grundausbildung zu Beginn der Spezialausbildung zu gewährleisten. Die jüngst in Steimbke ausgebildeten Gefreiten durchliefen als erste Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr diese Ausbildung. Von den 39 Ausgebildeten haben sich 26 für eine anschließende Spezialausbildung zum „Soldat Heimatschutz“ in Nienburg entschieden. Die übrigen erhalten diese Befähigung in den heimatnäheren Ausbildungskompanien anderer Heimatschutzregimenter.
Der Ernennung ging eine zweitägige Abschlussübung im freien Gelände zwischen den Ortschaften Schneeren, Linsburg und Steimbke (Kreis Nienburg) voraus. Dabei marschierten sie unter anderem 20 Kilometer mit Vollgepäck und orientierten sich im Gelände. Darüber hinaus reagierten sie auf plötzlichen Feindkontakt, sicherten einen liegengebliebenen Lkw, versorgten und transportierten Verwundete. Auch das vorschriftsmäßige Verhalten bei ABC-Bedrohung (Atomar, Biologisch, Chemisch), das Empfangen und Entschlüsseln von Funksprüchen sowie das Leben im Felde wurden abgeprüft.
Heimatschutz durch Reservisten
Das Heimatschutzregiment 3 setzt sich vornehmlich aus Reservistinnen und Reservisten zusammen. Darüber hinaus sind aber auch Freiwillige Wehrdienstleistende im Heimatschutz vertreten. Nach dreimonatiger Grundausbildung in anderen Organisationsbereichen und Teilstreitkräften durchliefen sie im Anschluss eine Spezialausbildung zum „Soldat Heimatschutz“.
Heimatschützerinnen und Heimatschützer sind in allen Bundesländern aktiv. Sie sind mit der Aufgabe betraut, verteidigungswichtige Infrastruktur zu schützen und zu sichern. Dieser Aufgabe müssen sie insbesondere dann nachkommen, wenn die aktive Truppe durch anderweitige militärische Aufgaben gebunden ist. Darüber hinaus unterstützt der Heimatschutz, wenn die Bundeswehr Amtshilfe bei Naturkatastrophen leistet. Dass die Samtgemeinde Steimbke seit Oktober 2023 das Heimatschutzregiment 3 mit dem Regimentsstab und drei Kompanien beherbergt, schließt an die bestehenden guten Beziehungen zwischen den Streitkräften und der Gemeinde an. Im Oktober des vergangenen Jahres machten die beiden Parteien ihre Zusammenarbeit im Rahmen einer Patenschaft offiziell. Für die Übergabe der Patenschaftsurkunde bot die Ernennung der Gefreiten vor dem Rathaus in Steimbke Gelegenheit.
„Diese Patenschaft steht für weit mehr als nur ein symbolisches Band – sie ist Ausdruck eines tief verwurzelten gegenseitigen Verständnisses und Vertrauens zwischen unserer Gesellschaft und den Soldatinnen und Soldaten, die unser Land schützen“, sagte Oberst Manfred Schreiber, Kommandeur des Heimatschutzregiments 3.
„Ich freue mich auf viele gemeinsame Veranstaltungen, ernste und fröhliche, um zu zeigen, dass die Bundeswehr auch in Steimbke in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist“, schloss der Steimbker Bürgermeister Sven Meier an.

