Im Kampf gegen betrügerische Online-Handelsplattformen haben das Cybercrime-Zentrum und das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg einen Erfolg erzielt. In Zusammenarbeit mit Europol und den bulgarischen Strafverfolgungsbehörden wurden 796 illegale Domains vom Netz genommen.
Wie die Behörden in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten, handelte es sich um Seiten, die gezielt für sogenannten Cybertrading-Betrug eingesetzt wurden. Dabei werden Opfer auf gefälschten Plattformen dazu verleitet, in angebliche Wertpapiere oder Kryptowährungen zu investieren – tatsächlich fließt das Geld jedoch direkt an die Betrüger. Die finanziellen Schäden für die Betroffenen seien immens und gingen in die Millionenhöhe, erklärt die Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges (CDU).
Täter noch unbekannt
Gentges betonte, dass auch im digitalen Raum begangene Straftaten konsequent verfolgt würden. „In einem vergleichbaren Fall wurden drei Angeklagte vom Landgericht Mannheim im vergangenen Januar zu empfindlichen Freiheitsstrafen verurteilt“, so die Ministerin. Die Ermittlungen gegen die bislang unbekannten Täter dauern an.
Die beschlagnahmten Domains wurden auf eine vom LKA gehostete Beschlagnahmeseite umgeleitet, die mit dem Hinweis „Beschlagnahmt“ versehen ist. Seit der Umleitung wurden mehr als 600.000 Zugriffe auf diese Seiten registriert – ein Hinweis auf die Reichweite der kriminellen Angebote.
Wachsam sein
Die Behörden empfehlen, „bei besonders verlockend klingenden Angeboten“, sich genau über die Plattform zu informieren, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, keine vertraulichen Daten preiszugeben und den Service der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg oder einer unabhängigen Finanzberatung zu nutzen, um Angebote prüfen zu lassen. Im Betrugsfall sollen Betroffene Anzeige erstatten.

