StartDigitalesBevölkerung schützt sich seltener vor Cyber-Bedrohungen

Bevölkerung schützt sich seltener vor Cyber-Bedrohungen

Trotz anhaltend hoher Bedrohungslage im Netz ergreifen immer weniger Menschen Schutzmaßnahmen gegen Cyber-Angriffe. Das zeigt der Cybersicherheitsmonitor 2025, eine gemeinsame Dunkelfeldstudie von BSI und Polizei, die sowohl das Sicherheitsverhalten der Bevölkerung als auch ihre Erfahrungen mit Cyber-Kriminalität analyisiert.

Demnach schützen viele Bürgerinnen und Bürger ihre Geräte und Konten nur unzureichend. So gab lediglich knapp die Hälfte (44 Prozent) an, derzeit eine Zwei-Faktor-Authentisierung zu nutzen – 2023 waren es noch 50 Prozent. Auch automatische Updates werden seltener aktiviert: Ihr Anteil sank von 46 Prozent auf 36 Prozent. Manuelle Updates führen ebenfalls nur noch 36 Prozent regelmäßig durch, 2023 lag der Wert noch bei 43 Prozent.

BSI-Präsidentin Claudia Plattner machte deutlich, dass Cyber-Sicherheit jede und jeden betreffe – im privaten Umfeld ebenso wie im beruflichen und gesellschaftlichen Kontext. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage sei es dringend erforderlich, den Schutz im digitalen Raum ernster zu nehmen – sowohl durch den Staat und IT-Hersteller als auch durch die Bevölkerung selbst.

Trotz rückläufiger Schutzmaßnahmen bleibt die Betroffenheit von Cyber-Kriminalität hoch. Zwar sank der Anteil derjenigen, die innerhalb eines Jahres Opfer wurden, leicht auf sieben Prozent. Der Anteil mit finanziellem Schaden blieb jedoch stabil: Zwei Prozent der Befragten verloren Geld durch digitale Straftaten.

Die Vorsitzende des Programms Polizeiliche Kriminalprävention (ProPK), Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz, erklärte, Cyber-Kriminalität sei längst Teil des Alltags – etwa in Form von Phishing oder Online-Betrug. Die Polizei setze deshalb verstärkt auf Prävention und rufe Betroffene dazu auf, Strafanzeige zu erstatten. Nur durch Aufklärung, Vorsorge und konsequente Verfolgung lasse sich digitale Sicherheit stärken.

Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich klare Informationen zum richtigen Verhalten im Schadensfall. BSI und ProPK haben deshalb zwei neue sowie drei überarbeitete Checklisten für den Ernstfall veröffentlicht – etwa zu Schadsoftware oder Onlinebanking-Betrug.

Der Bericht zum Cybersicherheitsmonitor 2025 ist hier abrufbar.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein