- Anzeige -
- Anzeige -
StartDigitalesWege aus der Rohstoffabhängigkeit

Wege aus der Rohstoffabhängigkeit

(BS) Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH hat Anfang Januar 2026 ein neues forschungsorientiertes Vorhaben vorgestellt, das unter dem Titel „EU-Autark“ laufen soll und mithilfe eines Interessenbekundungsverfahrens gestartet wurde.

Kern des Verfahrens ist eine offene Einladung an Forschungseinrichtungen, Unternehmen und spezialisierte kleine und mittlere Unternehmen, Schlüsselfähigkeiten zu identifizieren und konkrete Vorschläge für neuartige Materialien, Komponenten und Produktionsprozesse einzureichen, die die Abhängigkeit von geopolitisch sensiblen Rohmaterialien in zentralen Technologiebranchen deutlich reduzieren sollen.

Ausgangspunkt der Initiative ist die strategische Bewertung, dass Europas digitale Souveränität und technologische Zukunftsfähigkeit in hohem Maße von Materialien abhängig sind, die bislang aus politisch instabilen Regionen oder von wenigen internationalen Lieferanten stammen und in Bereichen wie Computertechnik, Elektronik, Elektrooptik, Elektromechanik und Elektrotechnik unverzichtbar sind.

In diesem Kontext sind sogenannte Critical Raw Materials (kritische Rohstoffe) etwa für die Halbleiterfertigung und optische Infrastruktur von zentraler Bedeutung, zugleich aber besonders anfällig für Versorgungskrisen und Preisschwankungen, was sich in den letzten Jahren bereits in Engpässen und geopolitisch bedingten Lieferkettenproblemen gezeigt hat.

Strategische Lücken frühzeitig schließen

Das Interessenbekundungsverfahren dient dazu, frühzeitig Innovationsfelder und strategische Lücken zu erkennen und die spätere wissenschaftliche Ausschreibung gezielter an technologischer Machbarkeit und industrieller Relevanz auszurichten. Entsprechend können Teilnehmende in ihren Einreichungen nicht nur alternative Materialien vorschlagen, sondern auch neuartige Design-Ansätze und produktionsmethodische Konzepte entwickeln, die dazu beitragen, Schlüsseltechnologien unabhängiger von klassischen Rohstofflieferketten zu machen.

Die Cyberagentur betont dabei ausdrücklich den sicherheitspolitischen Charakter des Projekts, weil die Verwundbarkeit gegenüber geopolitischer Einflussnahme und Lieferengpässen gerade in technologieintensiven Bereichen wie Mikroelektronik oder photonikgestützten Systemen unmittelbare Auswirkungen auf innere und äußere Sicherheit haben kann.

Forschungsfördermaßnahme soll entstehen

Über das Interessenbekundungsverfahren hinaus soll „EU-Autark“ später in eine konkrete Forschungsfördermaßnahme münden, die auf breiter wissenschaftlicher und industrieller Basis wegweisende Ansätze realisiert. Ziel ist es, durch die Förderung von Materialien mit geringerem oder gar keinem Bedarf an klassischen kritischen Rohmaterialien sowie durch resilientere Produktionsmethoden die strategische Handlungsfähigkeit Europas zu stärken und langfristig technologische Abhängigkeiten aufzulösen.

Die frühen Skizzen der Teilnehmenden werden als Grundlage genutzt, um die finale Ausschreibung in ihrer technologischen Ausrichtung und ihrem Innovationspotenzial zu schärfen, bevor sie zu formalen Förderaufrufen etwa im Amtsblatt der Europäischen Union wird. Dieses Vorgehen zielt darauf ab, Forschung und Entwicklung gezielt dort anzusetzen, wo Europa bislang die größten Versorgungsrisiken und strategischen Verwundbarkeiten aufweist, etwa in der Mikroelektronik, der photonischen Infrastruktur oder in energie- und signalübertragungsrelevanten Technologien.

2 Kommentare

  1. Sind „strategische Lücken“ die Lücken, die bewusst herbeigeführt wurden? (z.B. Gasmangel?). Oder bräuchten wir vielleicht „STRATEGIEN gegen Versorgungslücken und Engpässe“, anstatt „produktionsmethodische Konzepte die Strategische Handlungsfähigkeit stärken“………….
    und auch hier wieder, bitte selber denken…

  2. Für mich klingt das wieder nach einem Arbeitskreis („wenn ich mal nicht weiter weiß…“), der vom Steuerzahler eine Unsumme („Sondervermögen“) für seine Strategen und Statisten der Wissenschaft einsacken will. Auch diese beantragten Fördergelder werden in einem Haufen beschrifteten Papiers münden, ohne das man die Realitäten ändern kann. Das Geschäftsmodel der Institute, Fakultäten und Universitäten.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein