StartSicherheitTiesler feierlich verabschiedet

Tiesler feierlich verabschiedet

Der Lotse des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geht von Bord. Nach rund vier Jahren legt Ralph Tiesler sein Amt als Präsident des BBK nieder und verabschiedet sich in den Ruhestand.

Seine Laufbahn begann mit dem Wehrersatzdienst im Ortsverband des Technischen Hilfswerks. Seit 1992 war er hauptamtlich für das THW tätig, wechselte im Jahr 2000 in das Bundesministerium des Innern und übernahm 2015 zentrale Aufgaben in der Organisation und Verteilung der Flüchtlinge. 2016 folgte der Einsatz beim BAMF und am BISp, bevor er 2022 zum Präsidenten des (BBK) berufen wurde. Hinzu kamen zahlreiche Auslandseinsätze.

Sicherheit nur im Konzert möglich

In seiner Verabschiedung dankte Staatssekretär im Bundesministerium des Innern Hans-Georg Engelke ihm ausdrücklich für seinen Einsatz. Die aktuelle Sicherheitslage, so Engelke, ziehe vielen „den Boden unter den Füßen weg“. Tiesler griff diesen Befund auf und beschrieb Sicherheit als lange Zeit stabilen Halt. Heute gelte jedoch: „Sicherheitsbedrohungen sind gekommen, um zu bleiben.“ Dies sei nicht als Resignation zu verstehen, sondern als kontinuierliche Aufgabe. Entscheidend sei bei Katastrophen nicht allein das Ereignis selbst, sondern wie gut eine Gesellschaft darauf vorbereitet ist. Der Staat bilde dabei die Grundlage für Vertrauen in Krisen und Katastrophen. Zugleich betonte Tiesler, dass Sicherheit nur im Zusammenwirken aller Sicherheitseinrichtungen gewährleistet werden könne. Das BBK müsse Systemverantwortung für diese Zusammenhänge übernehmen und eine gestaltende Rolle einnehmen – nicht im Sinne von Zentralisierung, sondern als orientierende und verbindende Kraft. Bevölkerungsschutz müsse verlässlich funktionieren. Ein gemeinsames Verständnis von Resilienz müsse Grundlage eines breiten gesellschaftlichen Konsenses sein. Im Resümee wurde deutlich: Mit Tiesler geht jemand in den Ruhestand, der sein berufliches Leben konsequent in den Dienst des Staates und des Bevölkerungsschutzes gestellt hat. Engelke erinnerte daran, dass das BMI für vielfältige Verwendungen und Einsatzmöglichkeiten gesorgt habe – „wir haben ihn viel bewegt“ –, oft an Orte, an denen Krisen zu bewältigen waren. Die Verabschiedung endete mit stehenden Ovationen. Wie es mit dem BBK weitergeht, ist noch offen. Eine Sprecherin des BMI erklärte auf Anfrage: „Minister Dobrindt wird zu gegebener Zeit über eine Nachfolge entscheiden und diese dem Kabinett vorschlagen. Darüber hinaus äußern wir uns zu einer möglichen Nachbesetzung nicht öffentlich.“

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