StartSicherheitRevival der Sirene hält an

Revival der Sirene hält an

Die Warnung der Bevölkerung ist zwar nicht mehr ganz oben an der Tagesordnung des Katastrophenschutzes, doch auch der Ausbau des Sirenennetzes geht weiter. Dies zeigen Beispiele aus Hessen und Sachsen-Anhalt.

„Wir setzen die Modernisierung der Warnsysteme konsequent fort, um die Menschen im Ernstfall schneller, gezielter und flächendeckender zu erreichen. Moderne Sirenen sind ein unverzichtbarer Bestandteil einer leistungsfähigen Warn- und Alarminfrastruktur und damit einer starken Gefahrenabwehr“, erklärte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU). So erhält die Stadt Frankfurt einen Förderbescheid in Höhe von 765.000 Euro aus dem Sonderförderprogramm „Sirenen in Hessen“. Damit werden 153 Sirenen ertüchtigt. Gefördert werden sowohl die Neuerrichtung moderner elektronischer Sirenen – als Mastsirenen auf freistehenden Befestigungen oder als Dachsirenen auf Gebäuden – als auch die Migration bestehender E57-Sirenen auf zeitgemäße elektronische Systeme. Alle geförderten Anlagen entsprechen den aktuellen Sicherheits-, Bau- und technischen Standards.

„Frankfurt ist mit 782.000 Menschen die fünftgrößte Stadt Deutschlands. Wir sind eine Stadt mit dichter Bebauung und einer einzigartigen Hochhausstruktur. Gerade deshalb ist es wichtig, dass wir die Bevölkerung im Ernstfall schnell und zuverlässig warnen können“, sagte Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef. Nach aktuellen Schätzungen wird die gesamte Modernisierungsmaßnahme rund vier Millionen Euro kosten. Die über die Förderung hinausgehenden Kosten trägt dabei die Stadt Frankfurt, die in der Folge auch für Instandhaltung, Wartung und Pflege der Anlagen aufkommen wird.

2.000 Sirenen nicht ausreichend

In Sachsen-Anhalt sagt das Innenministerium ebenfalls weitere Förderung zu. Für 2026 ist eine Landesförderung für die Ertüchtigung der Sireneninfrastruktur in Höhe von 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Ab 2027 sind zusätzlich Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur für den weiteren Ausbau des Sirenennetzes eingeplant. Mit Sirenenförderprogrammen unterstützen Bund und Land die Städte und Gemeinden zu hundert Prozent im Rahmen einer Pauschalförderung beim Ausbau ihrer Sireneninfrastruktur. Seit 2021 haben 101 Kommunen in Sachsen-Anhalt 333 Anträge über die Landkreise und kreisfreien Städte gestellt. Alle Anträge konnten bewilligt werden.

 Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 4,1 Millionen Euro. Davon hat das Land Sachsen-Anhalt bislang rund 1,1 Millionen Euro und der Bund rund drei Millionen Euro bereitgestellt. Zwischen 2021 und 2025 wurden bereits rund 180 neue Sirenen beschafft und etwa 40 weitere modernisiert.

Es ist aber noch viel zu tun. Nach Auffassung des Innenministeriums seien die rund 2.000 Sirenen im Land noch nicht ausreichend. Sirenen seien ein besonderes Warnmittel, da sie innerhalb eines großen Radius zu hören seien, sagte Innenministerin Dr. Tamara Zieschang (CDU).

„Das folgenschwere Extremwetterereignis im Ahrtal im Jahr 2021 hat deutlich gemacht, wie entscheidend eine funktionierende Warninfrastruktur in Krisensituationen ist. Warnungen und Informationen müssen die Bevölkerung erreichen – schnell, zuverlässig und über verschiedene Kanäle“, so Zieschang weiter.

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