Am 9. Juli um 16:00 Uhr lokaler Zeit unternahm die europäische Trägerrakete Ariane 6 ihren Erstflug. Sie soll den europäischen Zugang zum Weltraum ohne Abhängigkeit von öffentlichen und privaten Anbietern aus den USA sicherstellen.
Ursprünglich sollte die Rakete ihren Erstflug bereits vor vier Jahren absolvieren. Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) wertet den Start als Erfolg. Es kam allerdings auch zu technischen Problemen. Beim Erststart transportierte Ariane 6 Mikrosatelliten von Universitäten und Equipment für wissenschaftliche Experimente ins All.
Probleme nach drei Stunden
Die ersten drei Stunden der Mission liefen nach Plan. Die Rakete erreichte das Weltall und warf währenddessen die beiden Hilfsraketen ab. Auch der Abwurf der großen Unterstufe gelang. Nach einer Stunde erreichte Ariane 6 eine Höhe von 560 Kilometern. Dort setzte sie Mini-Satelliten und Experimente von Start-ups und Universitäten ab.
Nach etwa drei Stunden kam es jedoch zu Problemen. Das erneute Zünden der Oberstufe misslang. Dabei ist gerade die Zweitzündefähigkeit der Oberstufe eine der zentralen Neuerungen der Ariane 6. Durch die Fehlfunktion konnten zwei Nutzlasten nicht ins Weltraum ausgesetzt werden. Die Nutzlasten verbleiben gemeinsam mit der Oberstufe im Weltall. Sie kreisen als Weltraumschrott über Jahre im Orbit. Eigentlich sollte die Oberstufe in der Atmosphäre verglühen. Das Fazit der ESA fällt trotz dieses Fehlers äußerst positiv aus:
„Eine völlig neue Rakete wird nicht oft gestartet, und der Erfolg ist alles andere als garantiert. Es ist ein Privileg für mich, Zeuge dieses historischen Moments gewesen zu sein, als Europas neue Generation der Ariane-Familie erfolgreich abhob und damit den europäischen Zugang zum Weltraum wiederherstellte“, sagte ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.
Satellitentransporter mit starker Konkurrenz
Die Ariane 6 soll mindestens bis Mitte des nächsten Jahrzehnts den europäischen Zugang zum Weltall sicherstellen. In zwei Varianten mit jeweils zwei oder vier Boostern kann sie geostationäre Satelliten mit einem Gewicht von bis zu 11,5 Tonnen in verschiedene Orbits bringen. Das Vorgängermodell Ariane 5 unternahm nach 27 Jahren im Juni ihren letzten Flug.
Bereits vor dem Start wurde Kritik laut, die Ariane 6 sei bereits jetzt technisch überholt. Die private Konkurrenz des US-Unternehmens SpaceX setzt bereits auf teilweise wiederverwertbare Raketen

