Bundesinnenministerin a.D. Nancy Faeser (SPD) wurde zur neuen Vorsitzenden des Beirats des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) gewählt. Sie folgt damit auf Bundesministerin a.D. Claudia Crawford, die dieses Amt seit 2009 innehatte.
Der Beirat besteht aus rund 180 Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, die den Fachverband der mehr als 1,4 Millionen Feuerwehrangehörigen in Deutschland beraten, Kontakte herstellen und Projekte unterstützen.
Faeser verstehe ihre neue Rolle als engagierte Anwältin aller Feuerwehren. „Wir wollen Impulse geben, Innovationen fördern und zentrale Themen wie Nachwuchsgewinnung, gesellschaftliche Vielfalt, die veränderte Sicherheitslage sowie die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft weiter voranbringen. Der Beirat baut Brücken, stößt Ideen an und gibt den Feuerwehren eine starke, vernehmbare Stimme im politischen Raum“, erklärte Faeser ihre Ziele als Beiratsvorsitzende.
DFV-Präsident Karl-Heinz Banse würdigte zum Abschied die Arbeit von Crawford: „Du hast uns Türen geöffnet! Wir verstehen unseren Auftrag auch darin, der Politik zu sagen, wo wir Handlungsbedarfe haben – wenn wir es nicht tun, wer tut es dann?“
Weg von Szenario, hin zu Fähigkeiten
Im Rahmen der Tagung des Beirates skizzierte Banse die aktuellen Entwicklungen für die deutschen Feuerwehren. Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage stehe der DFV im engen Dialog mit der Bundeswehr. Ein Zeichen dafür sei die jüngst erfolgte Gründung eines gemeinsamen Arbeitskreises zur zivil-militärischen Zusammenarbeit.
Dieser Wandel schlägt sich auch im Fähigkeitsmanagement nieder. Mathias Bessel, stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Zivil- und Katastrophenschutz der deutschen Feuerwehren, erklärte, dass man eine Abkehr von szenarienorientierten Modulen hin zu Fähigkeitsmodulen vollziehe.
„Es ist ein hervorragendes Zusammenarbeiten bei hoher Akzeptanz des Konzepts“, konstatierte er. „Aktuell hat der Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung der Innenministerkonferenz die Umsetzung des Fähigkeitsmanagements von Bund und Ländern auf Grundlage bestehender Einheiten und Konzepte der Länder und des Bundes empfohlen!“, so der Experte. Bislang seien 40 Fähigkeiten benannt worden, die bei entsprechenden Lagen dann angefordert werden könnten. „Das System ist geeignet, kurzfristig die fehlende Struktur von Einheiten im Zivilschutz zu kompensieren“, resümierte Bessel mit Blick auf die aktuelle Lage.






