StartFinanzenÖffentliche Haushalte – steigende Einnahmen, geringeres Defizit

Öffentliche Haushalte – steigende Einnahmen, geringeres Defizit

Laut Statistischem Bundesamts (Destatis) sind die Einnahmen des Öffentlichen Gesamthaushaltes (Bund, Länder, Kommunen, Sozialversicherung) im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, bei gleichzeitig leicht gesunkenen Ausgaben. Rund zwölf Prozent höheren Einnahmen (841 Milliarden Euro) stehen ein Prozent weniger Ausgaben (874 Milliarden Euro) gegenüber. Es besteht zwar immer noch ein Finanzierungsdefizit in Höhe von etwa 33 Milliarden Euro, jedoch ist dieses im Vergleich zum Vorjahr (131 Milliarden Euro) deutlich geringer.

Beim Steuer- und Abgabenaufkommen konnte ein Plus von rund 13 Prozent verzeichnet werden. Dabei legten die steuerlichen Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden in etwa gleichermaßen um je ca. 20 Prozent zu. Die Beitragseinnahmen der Sozialversicherung stiegen um fünf Prozent.

Neben Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen und Einkommens- beziehungsweise Körperschaftssteuereinnahmen von Bund und Ländern, brachten, inflationsbedingt, insbesondere die Einnahmen aus der Umsatzsteuer die größten Gewinne ein: der Bund erzielte hier ein Wachstum von knapp 30 Prozent, die Länder 23 Prozent.

Nicht zuletzt auch, da, aufgrund der Corona-Pandemie, in Teilen des Berechnungszeitraums des Vorjahres in Deutschland noch ein reduzierter Mehrwertsteuersatz galt.

Ausgaben des Bundes gesunken

So ist die Verringerung der Ausgaben des Bundes auch maßgeblich auf den rund 68-prozentigen Rückgang der Auszahlung von hohen Corona-Hilfsgeldern und Bezuschussungen durch die Bundesagentur für Arbeit zurückzuführen.

Finanzierungsdefizit trotz erhöhter Einnahmen

Für den Bund ergibt sich, trotz einer Ausgabenminderung um knapp sieben Prozent und Einnahmezuwüchsen von rund 17 Prozent, auch in diesem Jahr ein Finanzierungsdefizit in Höhe von etwa 45 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr (rund 96 Milliarden Euro) fällt dieses jedoch deutlich geringer aus.

Auch die Kommunen verbuchen im ersten Halbjahr 2022 ein negatives Finanzierungssaldo, allerdings auf einem deutlich niedrigeren Niveau (rund zwei Milliarden Euro Defizit).

Einzig die Länder konnten in diesem Jahr bislang einen Finanzierungsüberschuss in Höhe von fast 18 Milliarden Euro erwirtschaften.

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