Notarztstudie in Bayern vorgestellt

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Die Ergebnisse der Notarztstudie 2021 zur Notfallversorgung stimmten Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zufrieden. (Foto: BS/Kerstin Riemer, pixabay.com)

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die Ergebnisse der bei der Universitätsklinik München in Auftrag gegebenen Studie über den Zustand des bayerischen Notdienstes (Notarztstudie 2021) vorgestellt und zieht eine positive Bilanz: “In Bayern ist die Notfallversorgung weiterhin ausgezeichnet.”

Die Studie, durchgeführt vom Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement, hat die bestehenden notärztlichen Strukturen in Bayern untersucht und soll Anstöße zur Weiterentwicklung der Notarztversorgung im Freistaat geben. Die Ergebnisse dienen nun verschiedenen Verbänden und Vereinigungen aus dem Gesundheitswesen als Informationsgrundlage zur Entscheidung über weitere Verbesserungsmöglichkeiten im Notfallwesen.

Anstieg von Einsätzen

Der Studie lagen die Daten im Zeitraum von 2010 bis 2019 zugrunde. Sie verzeichnet einen Zuwachs an Standorten, jedoch auch einen Anstieg bei der Anzahl von jährlichen Notfällen: Während bis 2021 die Notarztstandorte von 222 auf 229 erhöht worden sind, stiegen die Notfalleinsätze sogar um knapp 44 Prozent auf 1.074.640 im Jahr 2019. Bezogen auf das Jahr 2019 trafen Notärztinnen und Notärzte in knapp 93 Prozent der Fälle innerhalb von 15 Minuten am Einsatzort ein, in etwa 98 Prozent innerhalb von 20 Minuten.

Notarztversorgung ist gesichert

Minister Herrmann zeigt sich mit den Studienergebnissen zufrieden: “Das wichtigste Ergebnis ist: Die flächendeckende Versorgung der bayerischen Bevölkerung mit notärztlichen Leistungen ist sichergestellt”, fasst er zusammen. Weiterhin unterstreicht er die Vorteile des bayerischen Systems: So verfüge Bayern bundesweit über die größte Dichte an Rettungshubschraubern und nutze neue Konzepte wie die Telemedizin, bei der Notärztinnen und Notärzte mittels Videoübertragung zu Rate gezogen werden könnten. Darüber hinaus liefen Pilotprojekte zur Entlastung des Notfallwesens bei minderschweren Fällen – hier könne auf Rettungswagen samt medizinischem Personal zugunsten von Rettungsfahrzeugen verzichtet werden, um so das System zu entlasten.

Keine Kapazitätsengpässe zu befürchten

Laut Herrmann bestehe selbst bei einem vorrübergehenden Ausfall in der Besetzung eines Notfallstandortes kein Grund zur Sorge. Dank guter Kapazitäten könne in solchen Fällen wahlweise auf einen nahen Nachbarstandort ausgewichen oder die Luftrettung genutzt werden. “Ausfälle bei der Besetzung von Notarztstandorten sind nicht mit Defiziten in der Versorgung der Patienten gleichzusetzen,” betont er. Primär sollten Rettungswagen als Einsatzfahrzeuge genutzt werden. Übergeordnetes Ziel sei es jedoch, dass in 80 Prozent aller Notfälle der Einsatzort innerhalb von zwölf Minuten erreicht werde.

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