StartVerteidigungBoeing Mitarbeitende treten in Streik

Boeing Mitarbeitende treten in Streik

Boeing und der Gewerkschaft International Machinists and Aerospace Workers Union (IAM) ist es nicht gelungen, eine Einigung in den laufenden Vertragsverhandlungen zu erzielen. Die IAM ist für Technikerinnen und Techniker an den Boeing-Standorten St. Louis und St. Charles in Missouri verantwortlich.

Die bisher gültigen Verträge sind am 27. Juli ausgelaufen. Das vom Unternehmen unterbreitete Angebot lehnten die 3.200 Gewerkschaftsmitglieder ab. In den betroffenen Liegenschaften entstehen unter anderem die F-15 und die F/A-18.
„Wir sind enttäuscht, dass unsere Mitarbeiter ein Angebot abgelehnt haben, das einen durchschnittlichen Lohnzuwachs von 40 Prozent vorsah“, kommentierte Dan Gillian, Vizepräsident der Boeing-Einheit Air Dominance, die gescheiterten Verhandlungen.
„Die IAM Union setzt sich weiterhin für einen fairen Vertrag ein, der den Bedürfnissen unserer Mitglieder gerecht wird. Die IAM Union freut sich darauf, mit der Boeing-Führung an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um sinnvolle Verbesserungen zu erreichen, die das Wohlergehen und den Lebensunterhalt der IAM-Mitglieder und ihrer Familien unterstützen“, teilte die Gewerkschaft in einer Stellungnahme mit.

Die Belegschaft streikte bereits im Jahr 2024

Bereits im vergangenen Jahr war der angeschlagene US-Luftfahrtkonzern von einem Streik betroffen. Zu diesem Zeitpunkt legten über 30.000 Mitarbeitende die Arbeit nieder. Boeing war gezwungen, 661 Millionen Dollar für seinen KC-46-Tankflugzeug-Entwicklungsvertrag mit der U.S. Air Force aufzuwenden. Allerdings ist der Großteil der Beschäftigten, die sich am Streik im vergangenen Herbst beteiligten, im zivilen Sektor bei Boeing angestellt. Von einem Streik der in der militärischen Sparte des Unternehmens beschäftigten Mitarbeitenden blieb das Unternehmen hingegen seit 1996 verschont. Damals kam die Arbeit für mehr als drei Monate zum Erliegen.

Rückschlag während des Aufwärtstrends

Boeing steckt seit mehr als sieben Jahren in der Krise. In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu Abstürzen und Unfällen bei Maschinen des Unternehmens. Darüber hinaus wurden Nachlässigkeiten und mangelnde Qualitätskontrolle in den Produktionshallen nachgewiesen. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen nur 348 Flugzeuge an seine Kunden aus – die niedrigste Produktionsmenge seit der Pandemie.
Allerdings ist mit der Berufung des neuen CEO Kelly Ortberg ein Aufwärtstrend zu beobachten. Die jüngst veröffentlichten Quartalszahlen zeigen erneut einen Rückgang der Verluste. Ortberg gab sich dementsprechend auch im Hinblick auf den gegenwärtigen Streik betont optimistisch: „Wir werden das schon schaffen“, erklärte der CEO. Er empfahl, sich nicht zu viele Gedanken über den Streik zu machen.

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