(BS) Die öffentliche Verwaltung in Deutschland blickt mit wachsender Aufmerksamkeit auf zentrale Digitalthemen – allen voran Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz. Das zeigt das ThemenRadar Verwaltungsdigitalisierung 2026, eine gemeinsame Befragung des Fraunhofer-Instituts FOKUS und des Behörden Spiegel unter Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung sowie Akteuren aus Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft. Insgesamt gingen 341 auswertbare Antworten in die Analyse ein.
Ein zentrales Ergebnis: Cyber- und Informationssicherheit bleibt das wichtigste Thema der Verwaltungsdigitalisierung. Gleichzeitig gewinnt Künstliche Intelligenz weiter deutlich an Bedeutung und hat sich inzwischen fest unter den langfristig relevanten „Langläufer“-Themen etabliert. Auch Datenmanagement, Resilienz, Verfahrensautomatisierung sowie digitale Souveränität zählen zu den Bereichen, denen sowohl heute als auch in den kommenden Jahren eine hohe Relevanz zugeschrieben wird.
Besonders sichtbar wird der Bedeutungszuwachs der KI im Arbeitsalltag. Der Anteil der Beschäftigten, die generative KI gar nicht nutzen, ist laut Umfrage inzwischen auf 18 Prozent gesunken. Gleichzeitig stellen Behörden ihren Mitarbeitenden zunehmend eigene Tools bereit: Bereits 44 Prozent der Befragten berichten, dass entsprechende Anwendungen in ihrer Organisation zur Verfügung gestellt werden. Ein Wegfall solcher Werkzeuge hätte für viele spürbare Folgen: Drei Viertel der Befragten erwarten, dass sich ohne generative KI vor allem die Geschwindigkeit der Bearbeitung deutlich verringern würde.
Neben diesen etablierten Themen identifiziert das ThemenRadar auch mehrere „Durchstarter“, denen in den kommenden Jahren ein deutlicher Bedeutungszuwachs zugeschrieben wird. Dazu zählen insbesondere Cloud-Lösungen, digitaltaugliches Recht, Registermodernisierung, elektronische Identitäten sowie Open-Source-Ökosysteme. Als besonders chancenreich gilt zudem die ebenenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Kommunen, die laut Einschätzung vieler Befragter vergleichsweise große Verbesserungen bei geringem Risiko ermöglichen könnte.
Gleichzeitig zeigt sich in der Bewertung einzelner Zukunftsinitiativen noch ein hohes Maß an Unsicherheit. Beim sogenannten Deutschland-Stack etwa fällt es vielen Befragten schwer, konkrete Auswirkungen abzuschätzen. Zwar werden moderate Verbesserungen etwa bei Interoperabilität, digitaler Souveränität oder der Effizienz der Verwaltung erwartet, insgesamt bleibt das Bild jedoch vergleichsweise unklar.
Das Gesamtbild der digitalen Transformation wird von vielen Teilnehmenden weiterhin kritisch gesehen. Begriffe wie „langsam“, „schleppend“ oder „mühsam“ tauchen häufig in den Einschätzungen auf. Dennoch berichten viele Befragte zugleich von positiven Beispielen aus der Praxis, etwa bei der digitalen Wohnsitzanmeldung, der Einführung der eAkte oder der Nutzung von Open-Source-Software. Die Ergebnisse der aktuellen Erhebung wurden von Fraunhofer FOKUS im Rahmen des Kongresses „Digitaler Staat“ vorgestellt.






