DEIG und Bodycams wirken präventiv

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Die saarländische Polizei wertete den Einsatz von Bodycams und DEIG als Erfolg. (Foto: BS/fsHH, pixabay.com)

Distanzelektroimpulsgeräte (DEIG) und Bodycams finden bei der saarländischen Polizei seit 2020 respektive 2015 Anwendung. Auswertungen der Einsatzlagen sowie Umfragen unter Polizistinnen und Polizisten bescheinigen den Geräten hohe präventive Wirkung.

Die Bodycams kommen im Wach- und Streifendienst sowie bei vergleichbaren Tätigkeiten zum Einsatz. Sie ermöglichen in öffentlich zugänglichen Räumen die Erhebung und kurzfristige Speicherung personenbezogener Daten durch die offene Anfertigung von Bild- und Tonaufzeichnungen. In Wohnungen ist eine Verwendung nur dann erlaubt, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht. Ursprünglich gehörten die Geräte auch zur Ausrüstung der Verkehrspolizei und der Hundestaffel, konnten sich dort aber nicht bewehren.

DEIG hingegen sind insbesondere für Einsatzlagen vorgesehen, die durch andere Einsatzmittel mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erfolgreich gelöst werden könnten, z. B. Bedrohungslagen und Festnahmesituationen, aber auch Suizidlagen. Den Umgang mit den DEIG erlernen die Polizistinnen und Polizisten in modularen Fortbildungsveranstaltungen im Einsatztrainingszentrum Göttelborn. Zudem müssen sie jährlich eine Auffrischungsfortbildung absolvieren.

Insgesamt kann die Polizei sowie die Fachhochschule für Verwaltung auf 100 DEIG, inklusive Reserve-Geräte, sowie auf 53 Bodycams zurückgreifen.

Einsatz ist sinnvoll

Aus dem Umstand, dass in der Mehrzahl der Fälle der Einsatz der DEIG angedroht aber nicht umgesetzt wurde, zieht der saarländischen Innenminister Reinhold Jost (SPD) den Schluss, dass die Geräte hohe präventive Wirkung zeigen.

Im Gegensatz zur Verwendung der DEIG kann die präventive Wirkung von Bodycams nicht mit absoluten Zahlen belegt werden. Repräsentative Umfragen unter Nutzerinnen und Nutzern ergeben allerdings, dass 75 Prozent der Befragten sie als “präventiv wirksames Einsatzmittel“ einstufen. Lediglich bei Personen, die Alkohol, Medikamente und/oder Betäubungsmittel konsumiert haben, sei die Wirkung abgeschwächt.

Der Innenminister wertet den Einsatz als Erfolg und kündigt weitere Anschaffungen an: “Berücksichtigt man die bisherigen Erfahrungswerte, haben DEIG und Bodycams einen wichtigen Platz im Einsatzalltag unserer Polizistinnen und Polizisten eingenommen.“ Weil die aktuellen Kamera-Geräte mittlerweile veraltet und technisch verbraucht seien, habe man die Beschaffung neuen Equipments bereits in Auftrag gegeben.

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