Zum 15. Juli wurden 23 Förderbescheide für Wasserstoffprojekte in ganz Deutschland von Bundesminister Robert Habeck und mehreren Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsministern der Länder übergeben. Die 23 Projekte sind dabei sogenannte Important Projects of Common European Interest (ICPEI), die eine höhere Fördermenge erlauben.
Technologie- und Endnutzerprojekte werden jetzt entscheidend durch die Erzeugung von erneuerbarem Wasserstoff und dem Aufbau von Transport- und Speicherinfrastruktur ergänzt. Mit einer Kofinanzierung von 30 Prozent durch die beteiligten Länder sehen Bund und Länder dafür gemeinsam eine Förderung von 4,6 Milliarden Euro vor. Ein Teil dieser Gelder wird dabei aus dem deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) kommen, welcher aus Mitteln der Aufbau- und Resilienzfazilität der Europäischen Union NextGenerationEU finanziert wird.
Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, misst den gestarteten Projekten einen hohen Stellenwert bei: „Die Energiewende bleibt auch angesichts weiterer Krisen- und Konfliktherde eine der größten Herausforderungen für unser Land. Mit der Förderung von Wasserstoffprojekten gehen wir einen wichtigen Schritt hin zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft in Europa und darüber hinaus. Wir geben den Startschuss für die Errichtung von Elektrolyseuren der dreistelligen Megawatt-Klasse und ermöglichen damit wichtige Fortschritte bei der inländischen Produktion von grünem Wasserstoff. Eine leistungsfähige Wasserstoffinfrastruktur spielt eine Schlüsselrolle, um die Dekarbonisierung der Industrie und des Energiesektors zu ermöglichen. Wasserstoffleitungen werden die Lebensadern der Industriezentren sein. Damit schaffen wir die Voraussetzung für klimaneutrales Wachstum.“
Wasserstoffland Nr.1
Insgesamt zehn der gestarteten Projekte werden in Niedersachsen umgesetzt. „Grüner Wasserstoff ist ein entscheidender Baustein der Energiewende. Mit der heutigen Großinvestition in den Klimaschutz machen wir einen großen Schritt in Richtung des schnellen Aufbaus einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft und damit in die grüne Wasserstoff-Zukunft Niedersachsens“, sagte Umwelt- und Energieminister Christian Meyer bei der feierlichen Übergabe im Berliner Wirtschaftsministerium. „Als Land der Erneuerbaren Energien, ob ´onshore´ oder ´offshore´, sind wir prädestiniert für die Erzeugung und Verteilung von grünem, klimaneutralen Wasserstoff. Wir sind auf dem Weg, nicht nur Erzeugungszentrum und wichtiger Speicherstandort von Wasserstoff zu werden, sondern auch die kommende Drehscheibe für den Import und die Verteilung von grünem Wasserstoff in Deutschland. Niedersachsen wird Grünes Wasserstoffland Nr. 1.“
Grüner Stahl
Neben dem Aufbau einer starken Produktion und Infrastruktur von grünem Wasserstoff ist auch die Versorgung von Stahl- und Chemieindustrie wichtiges Ziel einiger Projekte. So sagt NRWs Wirtschaftsministerin Mona Neubaur: „Während in Duisburg die grüne Stahlproduktion aufgebaut wird, legen wir heute den Grundstein dafür, dass industrielle Abnehmer zukünftig mit Wasserstoff beliefert werden können. Mit der Förderung durch Bund und Land reizen wir massive private Investitionen an. Und zwar über die gesamte Wertschöpfungskette – Wasserstoff wird erzeugt, transportiert und gespeichert. So ermöglichen wir den Umbau unserer Industrie. Die Projekte sind ein Meilenstein für die europäische Wasserstoffinfrastruktur, bei der Nordrhein-Westfalen eine zentrale Rolle spielt.“ Und auch die Projekte in Sachsen sollen eine einseitige Abhängigkeit bei Stahlwerken und Chemieanlagen unterbinden.

