Beim Thema Klimaschutz wird immer wieder das Thema Rohstoffe als Engpass gesehen. Da stellt sich die Frage, welche kritischen Rohstoffe gibt es in Deutschland? Damit beschäftigt sich eine Kurzstudie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Das Ergebnis vor allem bei Metallen ist Deutschland weitgehend auf Import angewiesen.
Gut aufgestellt ist Deutschland nach den Ergebnissen der Studie aktuell nur bei den Industriemineralien Fluss- und Schwerspat, Feldspat, Graphit sowie grobkörnigem Quarz bzw. Quarzkies als mögliche Vorprodukte für die Herstellung von Silizium. Prof. Dr. Volker Steinbach, Vizepräsident des BGR, erklärt, dass es gerade bei den von der EU als kritisch eingestuften mineralischen Rohstoffen nur eine vergleichsweise geringe Produktion in Deutschland gibt.
Die Studie weist aber auch mehr als 100 Explorationsverfahren aus, die einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Rohstoffversorgung für die heimische Industrie leisten könnten. So wird zum Beispiel beim Lithium von einem Potenzial von 3,8 Millionen Tonnen Li-Inhalt ausgegangen, da Deutschland mit der Festgesteinslagerstätte „Zinnwald/Cínovec“ vermutlich über das größte Lithium-Vorkommen in Europa verfügt. Zudem könnte ein Teil des heimischen Lithiumbedarfs zukünftig möglicherweise aus heißen Tiefenwässern in Geothermiekraftwerken gewonnen werden. So wird in Deutschland gegenwärtig an rund 50 Orten auf Lithium als Beiprodukt der geothermischen Energiegewinnung exploriert.
Viele der in der Studie betrachteten Projekte befinden sich allerdings noch in einer frühen Phase der Exploration, für die noch beträchtliche Investitionen von Nöten sind. Auch ist die Wirtschaftlichkeit insbesondere im Hinblick auf die zu erwartenden Rohstoffmengen und Fragen zur Aufbereitung der Erze in vielen Fällen noch nicht nachgewiesen. Genehmigungen für vollumfängliche Projekte stehen also noch aus.
„Explorations- und Bergbauunternehmen verfolgen nachhaltige Ansätze und sind offen für die Belange der Bevölkerung, doch scheitern Genehmigungen häufig auch an einer verbreitet geringen Akzeptanz für die heimische Rohstoffgewinnung“, beschreibt Dr. Michael Szurlies, Leiter des Arbeitsbereiches „Verfügbarkeit mineralischer Rohstoffe“ bei der BGR und einer der Autoren der Kurzstudie, die Situation bei aktuellen Projekten.
Die vollständige Kurzstudie finden sie unter: https://www.bgr.bund.de/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/Commodity_Top_News/Rohstoffwirtschaft/73_Krit ische_mineralische_Rohstoffe.html



