Die Anzahl der Verfahren wegen des Verdachts der Ausbeutung von Minderjährigen ist laut Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) wieder gestiegen. Und dies nachdem es im Vorjahr zurück gegangen war. Der Großteil dieser Verfahren betrifft nach wie vor die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen. Nun widmet sich erstmals eine Beratungsstelle in Berlin den Opfern von Kinderhandel und Ausbeutung.
Die neue Einrichtung ist Teil des Berliner Netzwerks Kinderschutz. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bietet die Stelle neben der Beratung der Betroffenen auch Unterstützung bei der Bekämpfung verschiedener Formen der Ausbeutung. Teil davon seien explizit sexuelle Ausbeutung, Arbeitsausbeutung, Zwangsverheiratung und illegaler Organhandel. Ein weiterer Schwerpunkt liege außerdem auf Prävention und Sensibilisierung. Ziel sei es, potenzielle Opfer frühzeitig zu schützen.
Fachstelle soll Zahlen erfassen
„Mit der neuen Beratungsstelle schaffen wir ein wertvolles Angebot, das den Betroffenen schnell und gezielt Hilfe bietet“, betonte der Staatssekretär für Jugend und Familie, Falko Liecke. Menschenhandel und Ausbeutung seien eine reale Bedrohung für Kinder und Jugendliche. Da es aktuell noch keine offiziellen Zahlen zum Ausmaß des Kinderhandels in Deutschland gebe, soll die neue Fachstelle diese in Zukunft erfassen. Außerdem unterstütze sie „Jugendämter, Gerichte, Strafverfolgungsbehörden sowie medizinische Fachkräfte dabei, den Schutzauftrag wirksam umzusetzen“, so Liecke weiter. Durch die Senatsverwaltung soll die bundesweit erste spezialisierte Fachberatungsstelle jährlich mit insgesamt 190.000 Euro gefördert werden.

