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StartDigitalesIn Erfahrung bringen, ob der Staat funktioniert

In Erfahrung bringen, ob der Staat funktioniert

Nürnberg profitiert als zweitgrößte Stadt Bayerns von der Digitalisierung der Verwaltung. Insbesondere in der Kooperation mit München und Augsburg gebe es eine „konstruktive Zusammenarbeit“, wie Dr. Matthias Latus aus dem Amt für Digitalisierung und Prozessorganisation in München schilderte. Wie letztendlich die digitalen Leistungen ankommen, zeigt sich jedoch nicht nur in den Großstädten.

Latus erklärte, dass Nürnberg eine zentrale Digitalisierungsstrategie verfolge und Oberbürgermeister Marcus König (CSU) die Vorhaben konsequent umsetze. Nürnberg stehe dabei – ähnlich wie viele Kommunen in Deutschland – vor großen Herausforderungen.

In Zeiten des kommunalen und technischen Wandels könne man kaum noch aktiv gestalten, sondern werde vielmehr vor sich hergetrieben. Auch die hyperaktive Gesetzgebung, die hohe Regulierungsdichte und die zunehmenden Berichtspflichten erschwerten die Arbeit der Digitalisierer. Zudem sei nur die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger mit den Online-Behördendiensten zufrieden. Ferner würden die Prozesse vor ihrer Digitalisierung zu wenig hinterfragt, so Latus.

Um diese Entwicklung zu ändern, schlug Latus konkrete Maßnahmen vor. So solle die Verwaltungsmodernisierung zur Chefsache werden. Zukunftsthemen müssten gebündelt und gemeinsam angegangen werden. Zudem forderte er Investitionen in die Leistungsträger der Verwaltung. Dazu gehöre eine Modernisierung des TVöD: „Wir müssen es schaffen, die richtigen Leute an der richtigen Stelle langfristig motiviert zu halten.“

Schlussendlich sei es jedoch entscheidend herauszufinden, wie zufriedenstellend die Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger arbeite. Daher müsse die kommunale Erfahrung stärker in die Verwaltungsprozesse einbezogen werden: Die Kommunen seien die Kundenzentrale der Verwaltung. Hier erfahre man, wie der Staat funktioniere: „Unsere Erfahrungen werden aus unserer Sicht immer noch nicht regelmäßig und strukturiert genug in die Entscheidungsprozesse eingebunden“, fasste Latus zusammen.

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