Das polnische Verteidigungsministerium investiert in die Modernisierung seiner F-16-Flotte. Das Ministerium hat sich mit der US-Regierung auf die Kampfwertsteigerung der F-16 C/D Block 52+ seiner 48 Einheiten starken F-16V-Block 52+-Flotte geeinigt.
Der Auftrag wird von Lockheed Martin als Hauptauftragnehmer in Zusammenarbeit mit der polnischen Verteidigungsindustrie ausgeführt. Er hat einen Wert von 3,8 Milliarden US-Dollar. Der Löwenanteil der Arbeiten erfolgt im Militärflugzeugwerk Nr. 2 des staatlichen polnischen Rüstungskonzerns PGZ. Die Erprobung der ersten zwei Flugzeuge erfolgt allerdings in den USA. Der Zeitplan sieht vor, die überholten Kampfflugzeuge zwischen 2030 und 2038 in Dienst zu stellen. Dann sollen die Luftfahrzeuge unter anderem über ein neues Radar vom Typ AN/APG-83 Active Electronically Scanned Array (AESA) mit elektronischer Strahlschwenkung (SABR), einen fortschrittlichen Missionscomputer und ein Selbstschutzsystem des Typs AN/APX-126/127 Advanced Identification Friend or Foe (AIFF) verfügen.
Darüber hinaus plant Polen die Beschaffung neuer Waffensysteme. Dazu zählen die AGM-158 Joint Air-to-Surface Standoff Missile (JASSM) und die Small Diameter Bomb (SDB) GBU-53 sowie die GBU-39 SDB. Die letztgenannten Systeme sind bisher noch nicht in Polen im Einsatz. Eine Foreign Military Sales (FMS)-Notiz der US-Regierung deutet auf den Verkauf von bis zu 1.400 GBU-39 hin. Über die Anzahl der GBU-53 gibt es keinen Hinweis. Die jetzt vor der Modernisierung stehenden F-16-Systeme liefen zwischen 2006 und 2008 bei den polnischen Luftstreitkräften zu.
„Wir müssen die Aufklärungsfähigkeiten, die Kommunikation, die Integration mit den F-35, Abrams und Apaches sowie die Fähigkeit [des Flugzeugs], in jedem Bereich eingesetzt zu werden, verbessern“, erläuterte der polnische Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz.

