StartVerteidigungUSA streichen Modernisierungsprogramm für die F-35 zusammen

USA streichen Modernisierungsprogramm für die F-35 zusammen

In seinem Bericht vom vergangenen Mittwoch zieht das U.S. Government Accountability Office (GAO) eine verheerende Bilanz über die Fortschritte beim Block-4-Upgrade des Mehrrollenkampfflugzeuges F-35. Das bleibt nicht ohne Konsequenzen.

„Nach Jahren steigender Kosten und Verzögerungen bei der Modernisierung der Hard- und Software für das Kampfflugzeug F-35 […] ist das US-Verteidigungsministerium (DoD) dabei, ein neues großes Teilprogramm aufzulegen, um die Kosten-, Zeitplan- und Leistungsziele zu erreichen“, heißt es aus dem GAO.
Derzeit liegen die Kosten für Block 4 um mehr als sechs Milliarden US-Dollar über dem Budget. Die Fertigstellung wiederum verzögert sich um mindestens fünf Jahre gegenüber den ursprünglichen Schätzungen. Anspruch des Block-4-Updates ist eigentlich, Waffenfähigkeiten, Sensoren und Sensorfusion des von Lockheed Martin hergestellten Jets zu verbessern. Außerdem soll Triebwerklieferant P&W die Schubbringer kühler und leistungsfähiger gestalten.

Ein ähnliches Ziel verfolgte das Luftfahrtunternehmen bereits mit dem zuvor durchgeführten Technology Refresh 3 (TR-3). Insbesondere die Rechenleistung, Speicherkapazität und Software sollten davon profitieren. Weil sich aber bereits dieses Modernisierungsprojekt in die Länge zog, sind die Verzögerungen beim Block-4-Upgrade enorm. Ein interner Bericht der US-Regierung rechnet laut GAO mit einer Auslieferung nicht vor dem Jahr 2035.

Block 4 Upgrade wird gekürzt

Angesichts des schleppenden Fortschritts beim Block-4-Upgrade nahm das Pentagon eine Anpassung des Vertrages mit Lockheed Martin und Pratt & Whitney vor. Der Fokus von Block-4 soll fortan auf Fähigkeiten liegen, die zumindest bis zum Jahr 2031 bereitgestellt werden können. Zweites Kriterium für die Weiterentwicklung nach der Anpassung ist, dass die neuen Fähigkeiten keiner zusätzlichen Leistung und Kühlkapazitäten bedürfen. Elemente des Block-4-Upgrades, die mit der Verbesserung des Triebwerkes zusammenhängen, sind damit vom Tisch. Darüber hinaus erklärt das GAO, dass Fähigkeiten, die nicht länger benötigt werden, komplett gestrichen sind.

Die Jets kommen nicht pünktlich

Allerdings offenbart der Bericht nicht nur bei der Kampfwertsteigerung der F-35 Nachholbedarf. Lockheed Martin gelingt es weiterhin nicht, die Flugzeuge in der gewünschten Stückzahl zu produzieren. Auch zusätzliche Prämien konnten an der verzögerten Auslieferung durch das Unternehmen nichts ändern. Im vergangenen Jahr wiesen die 110 bereitgestellten Flugzeugmuster im Durchschnitt eine Verzögerung von 238 Tagen auf. Eine signifikante Verschlechterung im Vergleich zu 2021. Damals lieferte Lockheed Martin nur 22 von insgesamt 142 Einheiten verzögert aus. Auf diese mussten die Luftstreitkräfte der USA im Schnitt 16 Tage warten.
Neben Teileknappheit ist vor allem ein Ereignis für die Unpünktlichkeit ursächlich: die Probleme bei TR-3. Das Software-Update war zunächst so fehlerhaft, dass das Pentagon die Annahme der Luftfahrzeuge verweigerte. Nach einigen Anpassungen nimmt die Air Force seit 2024 Maschinen entgegen, erachtetet sie aber weiterhin als nicht für den Kampfeinsatz geeignet.

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